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Wohnen statt wirten

Die Tage des Gasthofs Kreuz in Amsoldingen sind gezählt. Die Besitzer wollen ihn umbauen und auf dem Parkplatz einen Neubau erstellen.

Der Gasthof Kreuz (links) wird umgebaut, das Nebengebäude (Bildmitte) abgebrochen. Auf dem Parkplatz planen die Besitzer einen Neubau.
Der Gasthof Kreuz (links) wird umgebaut, das Nebengebäude (Bildmitte) abgebrochen. Auf dem Parkplatz planen die Besitzer einen Neubau.
Marc Imboden

Amsoldingen hat grosse Mühe, zu neuem Bauland und damit zu neuen Einwohnerinnen und Einwohnern zu kommen. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision wollte die Gemeinde drei Einzonungen vornehmen, scheiterte aber am Widerstand des Kantons. Das Verdikt aus Bern bedeutet, dass die Gemeinde sich künftig wohl nur noch gegen innen entwickeln kann.

Insofern kommen ihr die Pläne der Besitzer des Restaurants Kreuz gelegen. Diese wollen den Gasthofbetrieb noch bis Ende 2018 weiterführen und das Gebäude danach zum Wohnen umbauen. Ferner möchten sie den Anbau abbrechen und auf dem heutigen Restaurantparkplatz einen Wohnneubau erstellen.

«Wir sind nun 60-jährig und müssen die Nachfolge regeln», sagte Kreuz-Besitzerin Theres Kaufmann. «Aus der Familie will niemand den Betrieb übernehmen, und ein Verkauf lohnt sich finanziell nicht.» Seit 2012 hätten sie und ihr Mann nach einer Lösung gesucht. «Nach reiflicher Überlegung kamen wir zum Schluss, dass unsere Um- und Neubaupläne die beste Lösung darstellen.»

Damit «etwas Vernünftiges» gebaut werden kann

Weil es allein aufgrund des Baureglements fast unmöglich war, die Pläne umzusetzen, wurde mit Bauherren, Gemeindevertretern, Denkmalpflege und anderen Akteuren im Rahmen von mehreren Workshops eine Überbauungsordnung erarbeitet, wie Gemeindepräsident Stefan Gyger erläuterte. «Damit können beispielsweise die Gebäudeabstände innerhalb des Areals unterschritten werden. Anders wäre es kaum möglich gewesen, auf dem Areal etwas Vernünftiges zu bauen.»

Die Überbauungsordnung legt fest, was auf dem Areal überhaupt möglich ist – so sind beispielsweise Bauten mit einem Erd- und zwei Obergeschossen zulässig. Somit können die Kreuz-Besitzer das Dach anheben und eine zusätzliche Etage einbauen. Details zu Neu- und Ausbau müssen aber erst später im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens geregelt werden.

Der Gemeinderat stehe hinter der Überbauungsordnung, betonte Stefan Gyger. Doch obwohl Amsoldingen sich nun gegen innen weiterentwickeln kann – ein Wermutstropfen bleibt: «Dass Amsoldingen nach der Steghalten nun die letzte Gastwirtschaft verliert, bedauere ich sehr.»

Die Überbauungsordnung Areal Kreuz befindet sich zurzeit in der öffentlichen Mitwirkung. Jedermann ist berechtigt, sich daran zu beteiligen. Schriftliche Stellungnahmen sind bis zum 18. August an den Gemeinderat Amsoldingen zu richten. Die Pläne liegen in der Gemeindeverwaltung auf. Ziel ist es, dass die Gemeindeversammlung im Juni 2018 über die Überbauungsordnung Areal Kreuz abstimmen kann.

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