Würste mit Heimataroma

Interlaken

Zwei Start-up-Firmen des Gymnasiums Interlaken geschäfteten erfolgreich, eine neue Firma ist gestartet, und Helmut Perreten von den Industriellen Betrieben gab Tipps.

Bereit zum Durchstarten: Das Team der Firma FooDomi mit (v.l.) Sandro Mathys, Aimé Mühlemann, CEO Sonja Moix, Nando Kolb, Joel Jaggi und Matthias Trauffer. Foto: Monika Hartig

Bereit zum Durchstarten: Das Team der Firma FooDomi mit (v.l.) Sandro Mathys, Aimé Mühlemann, CEO Sonja Moix, Nando Kolb, Joel Jaggi und Matthias Trauffer. Foto: Monika Hartig

«Wir haben alle am gleichen Strick gezogen und ein erfolgreiches, lukratives Jahr erlebt», sagte Stephanie Gartenmann, CEO der Firma Neovents am Mittwoch im Grand Hotel Victoria-Jungfrau, wo die Generalversammlung der Start-up-Firmen des Gymnasiums Interlaken stattfand. Im Fach Wirtschaft und Recht coachen die Lehrer Martin Grunder und Carlo Capun jeweils die Schülerinnen und Schüler bei der erfolgreichen Unternehmensführung. In den Start-ups können sie Dienstleistungen, Handelswaren oder Produkte vermarkten und so ihre sozialen Kompetenzen schulen. Finanziell getragen werden die Minifirmen vom Verein Seilschaft, der auch die staatlichen Institutionen wie Sozialversicherung, Steuerbehörde und Handelsregister verkörpert.

Erfolgreiche Minifirmen

Neovents führte etwa in Balmer’s Herberge abwechslungsreiche Partys für Jugendliche ab 16 durch. Das Start-up warb mit Flyern und in sozialen Medien wie Instagram für die Events, machte 3302 Franken Gewinn und konnte Investoren Dividenden ausbezahlen.

Erfolgreich geschäftete auch die Firma Capri-Korn, deren Logo einen Steinbock vor dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau zeigt. Nach diesen Bergen sind auch die Getreideriegel benannt, welche die fünf jungen Frauen vermarkteten. Hergestellt in der Unterseener Bäckerei Michel, wurden die köstlichen und gesunden Riegel an Events wie etwa dem Einradrennen und auf Märkten in Unterseen verkauft. Den Businessplan von Capri-Korn hat die Berner Kantonalbank als besten prämiert. Das Unternehmen machte 2631 Franken Gewinn und zahlte einen Teil der Dividenden in Getreideriegeln aus.

150-jähriges Start-up IBI

«Ich bin beeindruckt von den Leistungen dieser Firmen – schade, dass sie jetzt liquidiert werden», sagte Helmut Perreten, CEO der Industriellen Betriebe Interlaken (IBI). Perreten referierte über die Gründung der IBI 1866 durch Touristiker Peter Ober und Hotelier Eduard Ruchti und das Erfolgsrezept: «Man muss Ideen haben, wirtschaften können und die Kundenbedürfnisse erfüllen.» Derzeit habe es noch über 50 Prozent Ölheizungen auf dem Bödeli, so Perreten. Die Vision und das Ziel der IBI stünden im Zeichen des Klimawandels: «Wir setzen neue Massstäbe für eine klimafreundliche Energieversorgung. Bis 2035 sind wir und unsere Angebote klimaneutral.»

«Geschmackswelt erleben»

«Die Geschmackswelt der Jungfrau-Region erleben» könne man mit Würsten von Foodomi, sagte CEO Sonja Moix. Das frisch gegründete Start-up mit insgesamt sechs Mitarbeitern, das bereits online unter www.foodomi.ch präsent ist, bietet einheimische Würste in diversen Geschmacksrichtungen auf einem Schneidebrett aus regionalem Holz an. Die Würste sollen ökologisch und nachhaltig produziert werden. Für die Zusammenarbeit konnten die Jungunternehmer die Böniger Metzgerei Stucki und die Brienzer Möbelfirma Blatter gewinnen. Moix: «Wir wollen ein altbekanntes Produkt neu interpretieren. Für die Produktion haben wir zum Glück Partner gefunden, die unsere Werte und Ideen mittragen.»

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