Zeigen Leute wieder «Härzbluet»?

Fussball

«Härzbluet für üse FC Thun» ist eine Erfolgs­geschichte. Jetzt steigt die Spendenaktion ins dritte Jahr – und setzt zum zweiten Mal auch auf Firmen. Die «Härzbluet»-App haben bereits über 1200 Personen auf ihren Smartphones installiert.

Mit «Härzbluet» – nicht nur auf dem Shirt – bei der Sache:?Thun-Mittelfeldspieler Enrico Schirinzi im «Härzbluet»-Spiel gegen St.?Gallen im Mai.

Mit «Härzbluet» – nicht nur auf dem Shirt – bei der Sache:?Thun-Mittelfeldspieler Enrico Schirinzi im «Härzbluet»-Spiel gegen St.?Gallen im Mai.

(Bild: Patric Spahni)

«‹Härzbluet für üse FC Thun› verbindet das Berner Oberland und schafft einen ganz besonderen, einzigartigen Zusammenhalt rund um den FC Thun»: Davon ist Andres Gerber, Sportchef und Identifikationsfigur des FC Thun, überzeugt. Die Zeilen schrieb er in einem Brief an die Unternehmen, welche sich im Vorjahr an der Aktion «Härzbluet» beteiligten. Sie alle sollen jetzt wieder abgeholt werden – und möglichst noch einige dazu.

«Letztes Jahr machten rund 220 Firmen mit», sagt Luki Frieden, Thuner Filmemacher und Präsident des «Härzbluet»-Vereins. Für die neue Spendensaison hätten bisher gegen 80 Firmen wieder mindestens 250 Franken einbezahlt und ihre Werbung auf der offiziellen Website des Vereins, www.herzblut-fc-thun.ch, geschaltet. Frieden hofft, dass es noch sehr viele mehr werden. Der erklärte Fussballfan sagt erfreut: «Diejenigen Unternehmen, die dabei sind, zeigen sehr viel Herzblut.»

«Schwierige Saison»

Und was bietet der Verein den Firmen im Gegenzug? «Eine sehr sympathische Plattform. Und die Gewissheit, mit ihrer Spende mitzuhelfen, dass der FC Thun in der Super League überleben kann.» Denn: Auch wenn nicht ständig Hiobsbotschaften über die finanzielle Lage des FC Thun in den Zeitungen zu lesen seien – die Existenz des Clubs sei nach wie vor stark bedroht.

«Nächstes Jahr werden mehr Gelder aus den TV-Rechten fliessen, aber diese Saison  ist finanziell sehr, sehr schwierig.»Luki Frieden, Präsident des Vereins «Härzbluet  für üse FC Thun»

«Nächstes Jahr werden mehr Gelder aus den TV-Rechten fliessen, aber diese Saison ist finanziell sehr, sehr schwierig.» Im Weiteren erhalten die mitmachenden Firmen spezielle Kleber, die sie als «Härzbluet»-Mitglieder ausweisen. Und sie können sich auf der «Härzbluet»-App für Smartphones präsentieren sowie dort spezielle Aktionen und Rabatte aufschalten.

Von diesen wiederum profitieren alle Personen, die beim Verein «Härzbluet» mitmachen und dafür pro Saison mindestens 50 Franken einzahlen. Luki Frieden bezeichnet die App als Erfolgsgeschichte: «Sie läuft sehr gut. Über 1200 Leute haben die App auf ihrem Handy und erhalten so auch direkt alle FC-Thun-News.»

Hoffen auf erneute Solidarität

Anfang November wird der Verein sämtliche der über 2000 bisherigen «Härzbluet»-Einzelmitglieder anschreiben, um sie weiter bei der Stange zu halten und ihnen ein kleines Dankeschön zukommen zu lassen. Wie bisher komme das einbezahlte Geld fast vollumfänglich dem FC Thun zugute.

Einzige Ausnahme ist laut Luki Frieden ein kleiner Betrag, der vom Verein für Administratives verwendet wird. «Wir sind sechs Leute im Vorstand», erklärt der Filmemacher. «Wir arbeiten alle zu 100 Prozent in unseren Berufen und betreiben «Härzbluet» in unserer Freizeit. Oft kommen wir an unsere Grenzen. Aber wir hoffen auch im dritten Jahr auf die Solidarität der Menschen in unserer Region.»

Diese Solidarität brachte im ersten «Härzbluet»-Jahr die erstaunliche Summe von 250 000 Franken zusammen. Diesen Frühling konnte dem FC Thun nochmals ein Betrag von 125 000 Franken übergeben werden.

Und wie viel wird es im Frühjahr 2017 sein? «Wir sind leider keine Propheten», antwortet Frieden. «Wären wir Träumer, würden wir uns 350 000 bis 400 000 ausmalen.» Klar sei: Der Vereinsvorstand glaube an Thun und das Berner Oberland. Denn: «Es braucht uns jetzt wirklich alle!»

Weitere Informationen unter www.herzblut-fc-thun.ch Die «Härzbluet»-App kann in den App-Stores der jeweiligen Anbieter kostenlos heruntergeladen werden.Das nächste Heimspiel des FC Thun findet am Samstag, 15. Oktober, ab 17.45 Uhr in der Stockhorn-Arena statt – Gegner ist Lausanne.

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