Zwei Gemeinden spannen in Sachen Schule zusammen

Zulgtal

Die Gemeinde Wachseldorn gibt ihre Schule ab und schliesst nun auch den Kindergarten. Die Nachbargemeinde Buchholterberg springt ein und lagert eine Klasse der Basisstufe ins Schulhaus Wachseldorn aus.

Im Schulhaus Wachseldorn wird der Kindergarten geschlossen. Dennoch werden dort auch weiterhin Schüler ein- und ausgehen.

Im Schulhaus Wachseldorn wird der Kindergarten geschlossen. Dennoch werden dort auch weiterhin Schüler ein- und ausgehen.

(Bild: Stefan Kammermann)

Knapp 30 Minuten dauerte am Montagabend die ausserordentliche Gemeindeversammlung in Wachseldorn. Obwohl ob dem traktandierten Geschäft eigentlich viele Emotionen zu erwarten waren. Ging es doch darum, mangels Nachwuchs den bislang noch im Dorf verbliebenen Kindergarten im Sommer zu schliessen. Damit hätte die Gemeinde im Osten von Thun nicht nur sämtliche Schüler, sondern neu auch die Kindergartenkinder, die noch als einzige das Schulhaus beleben, ausgelagert.

Die Schliessung des Kindergartens Wachseldorn war an der Versammlung denn auch reine Formsache. Diskussionslos und ohne Gegenstimme hiessen die rund 20 Anwesenden den gemeinderätlichen Antrag und eine entsprechende Änderung im Reglement gut. Die Bürgerinnen und Bürger machten damit den Weg frei, um den Kindergarten und die Klassen 1 bis 6 an die Nachbargemeinde Buchholterberg zu übertragen.

Gänzlich neue Lösung

Der Entscheid fiel den Stimmbürgern umso leichter, weil Gemeindepräsident Martin Stegmann zuvor und kurzfristig eine gänzlich neue Lösung präsentieren konnte. «Ab dem Schuljahr 2016/2017 wird die Gemeinde Buchholterberg eine Basisstufenklasse im Schulhaus Wachseldorn führen», sagte er. Das heisst, dass die Kindergartenkinder und die Schüler der 1. und 2. Klasse im Schulhaus Wachseldorn den Unterricht besuchen werden. «Für uns ist dies eine super ­Lösung», betonte der Gemeindepräsident. Zumal diese für die nächsten vier Jahre eine gewisse Planungssicherheit bedeute und der Gemeinde keine Kosten für zusätzliche Schülertransporte anfallen würden. Allerdings muss das Vorhaben von den kanto­nalen Stellen noch bewilligt ­werden.

Profitieren vom Zusammenspannen in Sachen Schule kann auch die Gemeinde Buchholterberg. Seit der Zentralisierung auf einen Schulstandort im Ortsteil Badhaus im Jahr 2013 führt die Gemeinde dort drei Basisstufenklassen. Die Basisstufe verbindet den Kindergarten mit dem ersten und zweiten Schuljahr der Primarschule. Aktuell führt die Gemeinde für die Kleinsten drei Klassen. «Mit den Kindern aus Wachseldorn rechnen wir in den nächsten vier Jahren mit 90 bis 100 Schülern», erläuterte die zuständige Buchholterberger Gemeinderätin Sandra Nussbaum auf Anfrage.

Für Buchholterberg bedeutet dies, dass es auf das neue Schuljahr hin gleich zwei neue Klassen in der Basisstufe braucht. Im Schulhaus Badhaus lassen sich aber gleich zwei neue Klassen nicht unterbringen. «Deshalb ergibt es Sinn, die bestehende Infrastruktur in Wachseldorn zu nutzen», betonte Nussbaum. Noch offen ist, wie sich die beiden Gemeinden die Kosten für das Modell teilen. Der Teiler wird nun gemeinsam ausgearbeitet. Beide Parteien sind sich indes einig: «Die neue Lösung wird die Steuerzahler nicht zusätzlich belasten», hielt Sandra Nussbaum fest.

Thuner Tagblatt

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