Zweite Bauetappe soll kürzer dauern

Thun

Vom 11. März bis voraussichtlich 5. Juli läuft in der Thuner Innenstadt die zweite Etappe des Projekts «Verkehrszukunft Thun».

Die Burgstrasse ist ab 11. März während vier Monaten wieder nur Richtung Berntorkreisel befahrbar.

Die Burgstrasse ist ab 11. März während vier Monaten wieder nur Richtung Berntorkreisel befahrbar.

(Bild: Patric Spahni)

«Es ist gleich und doch nicht gleich wie 2018», sagte der Thuner Bauvorsteher, Gemeinderat Konrad Hädener (CVP), an der gestrigen Medienorientierung im Rathaus. Die Rede ist von den umfangreichen Strassenbauarbeiten am Lauitorstutz, auf der Burgstrasse und rund um den Berntorkreisel.

Die erste Etappe erstreckte sich letztes Jahr vom April bis in den November hinein. Besonders zu Beginn sorgten die Sperrungen, Umleitungen und Staus in der Innenstadt für grossen Unmut bei Politik, Gewerbe und weiteren Direktbetroffenen (wir berichteten mehrmals, vgl. auch Interview oben).

Noch vier statt acht Monate

Stadt und Kanton als Bauherren stellten bereits 2018 in Aussicht, dass die zweite Bauetappe kürzer ausfallen werde. Dies trifft nun ein. Sie dauert vom Montag, 11. März, bis zum Freitag, 5. Juli – unmittelbar vor den Sommerferien. Längere Tagesarbeitszeiten haben die Straffung auf vier Monate möglich gemacht. So ist es den Bauunternehmen gestattet, am Berntorplatz werktags von 6 bis 23 Uhr und bei Bedarf samstags von 6 bis 12 Uhr zu arbeiten.

«Vereinzelt kann es zu Nachtarbeit kommen», schreiben die Stadt und der Kanton in einer gemeinsamen Mitteilung. «Die Armbrustschützen der Kadetten haben ihr Training freundlicherweise auf den Samstagnachmittag verlegt», erklärte René Wüth­rich, Projektleiter Berntorkreisel beim Oberingenieurkreis I, mit Blick auf die Behinderungen rund ums Knabenschützenhaus.

Am Lauitorstutz beschränkt sich die Schicht auf die Zeit von 7 bis 18 Uhr wochentags. Einzig die Arbeiten am Chratzbachkanal in der Strassenmitte werden im April vorübergehend ebenfalls Nachtarbeit nötig machen.

Burgstrasse erneut Einbahn

Während letztes Jahr am Berntor vor allem Werkleitungen gebaut und verlegt und am Lauitorstutz die Mauer rechts abgebrochen wurde, geht es dieses Jahr insbesondere um die Umgestaltung der Strassenräume. Der Lauitor­stutz erhält bergwärts einen separaten Radstreifen und ein neues Trottoir; der Berntorkreisel wird ab der Einfahrt Bernstrasse bis und mit Ausfahrt Burgstrasse mit einer zweiten Spur ausgestattet.

«Das erhöht an beiden Orten die Sicherheit und die Verkehrskapazität und verbessert den Verkehrsfluss», so Wüthrich. Auf der Burgstrasse wird überdies zwischen dem Kreisel Schlossberg-Parking und dem Lauitorstutz der Strassenraum verbreitert, um auf Höhe des Neubaus der Spital STS AG eine neue Linksabbiegespur zu realisieren.

«Die Verkehrsführung bleibt im Wesentlichen gleich wie 2018. Alternativen sind kaum möglich», sagte Wüthrich. Das bedeutet, dass – zusätzlich zu den bestehenden Einbahnachsen Allmendbrücke und Sinnebrücke/Oberer Hauptgasse – während vier Monaten auch auf der Burgstrasse wieder Einbahn in Richtung Berntorkreisel gilt (mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts ab Kreisel Schlossberg-Parking Richtung Berntor).

Die Verkehrsführung während der Bauzeit (klicken zum Vergrössern).

Der Umbau des Berntorkreisels erfolgt in drei Phasen mit je unterschiedlicher Busführung. In der mittleren Phase, während sechs Wochen in April und Mai, verkehren die STI-Busse via Untere Hauptgasse, was die Aufhebung von sechs Parkplätzen in der Marktgasse bedingt. «Wir haben diese mittlere Phase – auch mit Blick auf die letztjährigen politischen Vorstösse – auf das absolute Minimum reduziert», erklärte Gemeinderat Konrad Hädener.

Mehr Autofahrten in Thun

Kreisoberingenieur Markus Wyss erinnerte daran, dass sowohl die letzt- wie auch die diesjährige Bauetappe letztlich eine Folge der Verkehrsstudie ist, die 40 verschiedene Institutionen schon im Jahr 2003 erarbeitet haben – darunter umliegende Gemeinden, politische Parteien, Leiste, Verkehrs- und Wirtschaftsverbände. «Alle standen damals hinter den getroffenen Lösungen», so der Kreisoberingenieur.

Um Staus während der vier Monate zu vermeiden, riet Wyss unter anderem, wann immer möglich auf Bus und Velo umzusteigen. In diesem Zusammenhang präsentierte er eine Studie des Bundesamts für Statistik. Demnach nahm in Thun und der Agglomeration zwischen 2005 und 2015 der Anteil jener Fahrten zu, bei denen der motorisierte Individualverkehr statt Velo und ÖV zum Zug kamen – etwa im Gegensatz zu Bern und Biel, wo der Anteil sank. «Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass hier 80 Prozent aller zurückgelegten Fahrten kürzer als fünf Kilometer sind», meinte Wyss.

Alle Informationen zum Verkehrsregime (laufend aktualisiert) und Gutscheine für ÖV-Vergünstigungen gibt es online unter www.verkehrszukunft-thun.ch. Auskunfts-Telefon: 033'223'55'12.

Thuner Tagblatt

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