Zwieselberg feiert seinen «höchsten» Berner

Zwieselberg

Noch nie hatte ein Bürger von Zwieselberg ein höheres Amt inne als Jürg Iseli (SVP), Präsident des Grossen Rates. «Unser Jürg hat sich entwickelt!», konstatierte Gemeindepräsident Ueli Zurbuchen am offiziellen Empfang.

Der höchste Berner: Jürg Iseli mit einer Ratsweibelin bei der Ansprache auf seinem Hof in Zwieselberg.

Der höchste Berner: Jürg Iseli mit einer Ratsweibelin bei der Ansprache auf seinem Hof in Zwieselberg.

(Bild: Christoph Gerber)

«Jürg Iseli ist ein Praktiker», lobt der höchste Zwieselberger den höchsten Berner. Hier am Ufer der Glütsch habe Iseli das politische Handwerk erlernt, das seinen vorläufigen Höhepunkt in der Wahl zum bernischen Grossratspräsidenten überhaupt erst ermöglichte.

«Dank ihm haben wir einen direkten Draht ins Kantonsparlament», fügte ­Ueli Zurbuchen an und konnte sich einen Seitenhieb Richtung kantonaler Politik und Verwaltung nicht verkneifen – schliesslich sassen im Publikum nicht nur Freunde und Familienmitglieder von Iseli, sondern auch die meisten Grossratsmitglieder und Regierungs­räte sowie weitere Behördenvertreter. Ihnen rechnete Zurbuchen vor, wie viel günstiger die Zwieselberger Verwaltung im Vergleich mit jener des Kantons sei.

Schüsse in die Luft zu Ehren des höchsten Berners aus Zwieselberg. Video: Stefan Geissbühler

Gesunder Menschenverstand

SVP-Fraktionspräsidentin Madeleine Amstutz aus Sigriswil ging noch einen Schritt weiter und verlieh Iseli das GMV-Zertifikat. «Wer weiss, was GMV bedeutet?», fragt sie das Publikum. Dieses war überfragt. «Die Abkürzung steht für gesunden Menschenverstand», erklärte die Politikerin.

Weiter Glückwünsche überbrachten Ursula Zybach aus Spiez (Grossratspräsidentin 2017/2018) und Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP). Zybach forderte Iseli auf, nicht auf die Unterschiede und das Trennende zwischen Menschen und Parteien zu fokussieren, sondern auf das Verbindende. Neuhaus gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass Jürg Iseli es in den nächsten zwölf Monaten als Grossratspräsident «gut machen» werde.

Er sei offen, familiär und unkompliziert – «also so, wie die Gemeinde Zwieselberg sich auf ihrer Website darstellt». Er besitze staatsmännisches Format, habe als Schwinger ein Kämpferherz und sei ein kompetenter Finanzpolitiker. «Zudem ist Jürg Iseli punkto Digitalisierung seiner Zeit ­voraus. Das ‹Thuner Tagblatt› hat ihn deshalb den ‹papierlosen Grossrat› ­genannt.»

Schliesslich betrat die Hauptperson die Bühne. Jürg Iseli fand klare Worte zum Kurs, den der Kanton Bern seiner Meinung nach in den nächsten Jahren einschlagen beziehungsweise fortführen sollte.

«Die Steuern müssen sinken, ­damit wir für Unternehmen attraktiver werden. Sonst können wir wirtschaftlich bald nicht mehr mithalten.» Ferner seien die Aufgaben des Staates kritisch zu hinterfragen und die Sparbemühungen fortzusetzen. Auch in Sachen Raumplanung ortete Iseli Handlungsbedarf.

«Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit nicht mehr genutzte landwirtschaftliche Gebäude einer neuen Verwendung zu­geführt werden können.» Fazit seiner Rede: «Wir müssen den Kanton Bern weiterbringen.»

Thuner Tagblatt

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