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Zwischen Stillstand und Fortschritt

Der Gemeinderat muss versuchen, die Finanzlage im Griff zu haben und zugleich den Forderungen der Bürger nachzukommen. Diese beinhalten etwa ein Entwicklungskonzept für Wattenwil. Eine entsprechende Petition blockiert die weiteren Arbeiten am Verkehrsplan der Gemeinde.

Auf die Gemeindebehörden in Wattenwil wartet viel Arbeit.
Auf die Gemeindebehörden in Wattenwil wartet viel Arbeit.
Marc Imboden

«Wir stellen uns einer Herkulesaufgabe», so Gemeindepräsident Peter Hänni im Laufe der Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch. Kein einfaches Unterfangen, wie sich vor und nach diesen Worten zeigte. Hänni und seine Mitstreiter im Gemeinderat stehen vor Aufgaben, deren Dimensionen offenbar noch nicht von allen Bürgerinnen und Bürgern erkannt wurden.

Mit allen Mitteln, das heisst mit Bedacht, Vorsicht und Weitsicht, versucht der Gemeinderat, die Finanzen im Griff zu behalten und dabei die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Schwarze Null

Bei den Finanzen verfolgt der Gemeinderat den Grundsatz, den er sich vor einigen Jahren selber auferlegt hat, nämlich, die Investitionen auf rund eine Million zu plafonieren. Das Ziel, die Finanzlage der Gemeinde zu stabilisieren, ist im Budget 2018 zu erkennen.

Bei einem Aufwand von 19'197'230 und einem Ertrag von 19'208'230 schliesst der Gesamthaushalt mit einem kleinen Ertragsüberschuss ab. Im allgemeinen Haushalt, dem Steuerhaushalt, ist ein Ertragsüberschuss von 14'390 Franken budgetiert. Mit dieser sogenannten schwarzen Null haben die Massnahmen einen ersten, wenn auch kleinen Erfolg gebracht. Dazu Peter Hänni: «Wir sind stets auf der Suche nach dem Optimum für alle Aufgaben.»

Zukunft blockiert

Diese Aufgaben sind derart mannigfaltig, dass es für die Bürgerinnen und Bürger diffizil ist, alle ­anstehenden Herausforderungen auseinanderzuhalten. Deshalb konzentrieren sie sich auf einzelne Punkte. Eine Petition einer Interessengemeinschaft blockiert derzeit die weiteren Arbeiten am Verkehrsrichtplan. Deren Sprecherin Iris Rivas dazu: «Für uns hat der Verkehrsrichtplan keine Priorität, wir fordern zuerst ein Entwicklungskonzept für Wattenwil.» Mit dieser Forderung stellen die IG-Mitglieder den Gemeinderat zwischen Stuhl und Bank.

Dies unter anderem auch, weil über der geplanten Melioration ein Moratorium des Kantons hängt. Zudem herrscht in Wattenwil eine rege Bautätigkeit, deren Folgen für die Infrastruktur ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Dem Gemeinderat bleibt nur, Schritt für Schritt vorwärtszugehen: «Wir prüfen alle Vorschläge und alle Punkte, obwohl das Damoklesschwert über unseren Köpfen hängt», so Peter Hänni.

40 Kilometer ohne Asphalt

Die «Herkulesaufgabe», wie Hänni sich ausdrückte, wird sein, alle unterschiedlichen Wünsche und Vorstellungen einzelner Gruppen und einzelner Bürger in einem mehrheitsfähigen Vorschlag unterzubringen. Wie komplex dies werden wird, zeigt das Beispiel von Wegen und Parzellen. Durch einen Entscheid, den die Burger Ende des 19. Jahrhunderts gefällt hatten, gibt es in Wattenwil eine stattliche Anzahl an Kleinstparzellen, deren heutige Besitzer oft nicht mehr in Wattenwil wohnen.

Dazu kommt, dass sich auch die Einheimischen über das Vorgehen bei den notwendigen Neuvermessungen nicht immer einig sind: «Unter solchen Umständen für alle Betroffenen kompatible Lösungen zu finden, ist für uns eine enorme Herausforderung», so Peter Hänni gegenüber dieser Zeitung.

Wenn man bedenkt, dass der Gemeinde Wattenwil durch einen weiteren Entscheid aus früheren Zeiten heute 70 Kilometer Wege gehören, davon 40 Kilometer nicht asphaltiert, ist das Schwert deutlich zu spüren. Trotzdem bekräftigte Hänni an der Gemeindeversammlung eins der vielen Ziele des Gemeinderates: «Wir werden die Strassen mit den Mitteln die wir haben, so gut wie möglich aufrechterhalten.»

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