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Töne laufen durch die Altstadtgassen

In Reih und Glied haben sie sich aufgestellt, Kadett hinter Musikschülerin, Stadtmusikant hinter Harmoniemusikantin. In vier gemischten Gruppen haben sie die Gassen in der Burgdorfer Oberstadt in Beschlag genommen und harren gespannt der Dinge, die da kommen werden. Auf den alten Kern der Emmestadt wartet ein besonderes Ereignis, eine Premiere. Tonstafette» haben die Verantwortlichen von Kadettenmusik und Musikschule das Projekt genannt, mit dem sie den Start ihrer Zusammenarbeit nun auch noch in aller Öffentlichkeit feiern wollen. Nachdem ein erster Anlauf im letzten Herbst an den knappen Stadtfinanzen gescheitert war, machten es die Burger im Frühling möglich: Dank ihrer finanziellen Unterstützung erhalten die jungen Kadettinnen und Kadetten neuerdings einen Teil ihrer musikalischen Ausbildung von den Profis der Musikschule vermittelt. In der Folge sicherte auch der Gemeinderat einen Beitrag zu, und darum nun die «Tonstafette» – wie das geht? Der Anfang ist leise. Aus der Ferne erklingt ein erster feiner Ton, kommt durch die Schmiedengasse langsam näher, von der Hohengasse her mischt sich dazu plötzlich ein zweiter, anderer Klang. Die Töne springen von Spieler zu Spielerin, von Trompete zu Klarinette, von Querflöte zu Horn, landen schliesslich auf dem zentralen Kronenplatz und verschwinden gleich wieder, um vom Rand der Altstadt her erneut die Mitte zu erreichen. So wogt es sicher eine Viertelstunde lang hin und her, in die meditative Stimmung mischen sich immer intensiver die Melodien aus den beiden Alphörnern von Musikschulleiter Armin Bachmann und Kadettenmusikchef Markus Linder. Mit ihrem gemeinsamen Improvisieren – «wir haben zufällig eine Leidenschaft für das gleiche Instrument» – wollen die zwei die Verbundenheit ihrer Institutionen zusätzlich unterstreichen. Am Ende laufen die Töne mitsamt den Spielenden definitiv auf dem Kronenplatz zusammen. Es entsteht ein Vierklang, immer lauter, intensiver, dichter – bis zum fulminanten Höhe- und vorläufigen Schlusspunkt. Und weils gerade so schön ist, machen die Musikanten gleich noch weiter. In verschiedenen Formationen und schliesslich in einem Gesamtchor konzertieren sie munter drauflos. Als ob sie schon ewig so miteinander unterwegs wären. Stephan Künzi>

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