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Tom Freund und die Frutiger Freundschaft

singer-songwriterSein allererstes Album nahm Tom Freund vor zwanzig Jahren mit seinem Kumpel, dem heutigen Superstar Ben Harper, auf.

Er kann sich kaum sattsehen am tief verschneiten Oberländer Bergpanorama. «An einem der nächsten Tage will ich unbedingt Ski fahren gehen», sagt Tom Freund. Und dies, obwohl dem US-Songwriter während seiner Schweizer Tournee kaum freie Zeit bleibt. Organisiert hat die Auftritte der Frutiger Reto Grossen, in der Szene als Organisator kleiner, feiner Konzerte wohl bekannt. «Überall, wo wir hinkommen, sind die Leute begeistert, Reto zu sehen. Das gibt mir als Musiker das Gefühl: Ich bin in guten Händen», betont Freund lachend. Grossen sagt von sich selber: «Ich arbeite nicht in diesem grossen sinkenden Musikbusinessschiff. Ich halte die Dinge gerne klein.» Er hat den Songwriter Tom Freund vor einigen Jahren zufällig im Frutiger Rustico Pub spielen sehen – und war begeistert: «Das war für mich der Gig des Jahres!» Die beiden blieben in Kontakt – und jetzt reist der Frutiger mit dem Kalifornier durch die Schweiz und Italien. Solo mit allerlei Instrumenten Freund tritt bei diesen Konzerten jeweils solo auf. «Ich bringe meinen Kontrabass, die Gitarre, die Ukulele, spiele Piano. Ich bin mal hier, mal dort auf der Bühne, sodass es aussieht, als sei es eine Band», flachst er. Dass die Songs seines aktuellen Albums «The Edge of Venice» rockiger sind als auf früheren CDs, ist dabei kein Problem. «Als ich die Lieder schrieb, waren da auch nur ich und der Kontrabass oder ich und die Ukulele.» Das Gefühl, das er damals hatte, hole er jetzt einfach zurück. Und diese Songs, sie kommen meist leichtfüssig, manchmal melancholisch daher, geerdet und authentisch, ohne schwülstige Produktion. «Es geht immer um den Song – man muss ihm seinen Dienst erweisen», betont Freund. Was inspiriert ihn beim Schreiben? «Das kann irgendwas sein. Der erste Gedanke am Morgen nach dem Aufstehen, ein Telefongespräch, was Verrücktes.» Oder bloss das Einräumen des Geschirrspülers, wie im Song «Show Me the Love»? «Natürlich!», antwortet er lachend. Freunds famose Freunde Sein erstes Album hat Tom Freund vor zwanzig Jahren mit Ben Harper eingespielt. «Nur Ben und ich, je eine Cola mit Rum, eine Gitarre und ein kleines Mikrofon in der Mitte», erinnert er sich. «Wir nahmen das ganze Album in einer Stunde auf. No bullshit, nothing.» Als Ben Harper später zum Superstar wurde, half das auch seinem Kumpel – die gemeinsame Platte wurde nämlich zum gesuchten Sammlerstück: «Als ich ein paarmal die Miete nicht bezahlen konnte, sagte ich mir: Jetzt könnte ich 600 Dollar gebrauchen – und habe ein Exemplar verkauft.» Heute wird «Pleasure and Pain» auf Ebay für bis zu 1000 Dollar versteigert. Auch mit der US-Songwriterlegende Jackson Browne verbindet Freund eine dicke Freundschaft. «Jackson ist fantastisch. Er spielt einen Akkord auf dem Piano, und du weisst, dass er es ist», erzählt er mit glänzenden Augen. Und der Jazzorganist Jimmy Smith hat in seiner Karriere genau auf zwei Popalben gespielt: «Thriller» von Michael Jackson. Und «North American Long Weekend» von einem gewissen Tom Freund. Kein Wunder, findet dieser: «Mit solchen Leuten Musik zu machen, ist einfach unglaublich.» Sagt es, blickt in Richtung sonnenbeschienene Berge – und meint schmunzelnd: «Jedes Interview sollte an einem solchen Ort stattfinden!» Michael Gurtner ;Live: 23.1. Rustico Pub, Frutigen; 30.1. Il Caffè, Langnau; 31.1. Chrämerhuus, Langenthal; 5.2. La Cappella, Bern; 12.2. Café- Bar Mokka, Thun; 10.2. Kreuz Nidau. Tom Freund: «The Edge of Venice», Surf Road Records. >

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