Top-4-Skiabonnement steht auf der Kippe

Die Jungfraubahn führt das Top-4-Skiabonnement in der nächsten Saison zwar noch einmal weiter, will es danach aber überprüfen.

«Wir bieten es wie angekündigt noch ein drittes Jahr an, danach werden wir das aber sicher neu beurteilen», sagte Kessler zum Top-4-Skiabonnement.

«Wir bieten es wie angekündigt noch ein drittes Jahr an, danach werden wir das aber sicher neu beurteilen», sagte Kessler zum Top-4-Skiabonnement.

(Bild: Markus Hubacher)

Julian Witschi

Das Top-4-Skiabonnement kostete bislang 666 Franken und ist auch für die Skiregionen Adelboden-Lenk, Gstaad und Meiringen-Hasliberg gültig. Der Skipass war auf Initiative der Jungfrau-Ski-Region entstanden: «Und ich verhehle es nicht, es war eine Antwort auf Saas-Fee», sagte Jungfraubahn-Chef Urs Kessler am Donnerstag vor den Medien. Saas-Fee hatte 2016 ein Saisonabo zum Tiefstpreis von 222 Franken lanciert.

Der Preiskampf hat sich für die Walliser Bergbahnengruppe aber nicht ausbezahlt. Die Einnahmen sind geschrumpft, die Verkaufsziele wurden weit verfehlt. Auch die Berner Oberländer haben ihr Ziel von 40'000 verkauften Top-4-Saisonkarten bislang nicht erreicht. Im ersten Jahr waren es 36'200, in der laufenden Saison rund 39'000. «Wir bieten es wie angekündigt noch ein drittes Jahr an, danach werden wir das aber sicher neu beurteilen», sagte Kessler.

Auf die übernächste Saison soll zudem die V-Bahn mit dem Eigerexpress in Betrieb gehen. «Mit dieser Angebotsverbesserung kommen wir zurück in die Champions League der Skiregionen», zeigte sich Kessler überzeugt. Trotz der neuen, inklusive Terminal mit Parkhaus rund 360 Millionen Franken teuren V-Bahn seien keine Preissprünge geplant, sondern «moderate Anpassungen».

Tageskarte Grindelwald-Wengen um einen Franken erhöht

Schon in der nächsten Saison werde der Preis für eine Tageskarte für Grindelwald-Wengen um einen Franken auf 66 Franken leicht erhöht. Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die Jungfraubahn gesamthaft Wintersporteinnahmen von 36 Millionen Franken. Das sind 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Werte der besten Jahre von 44 Millionen Franken wurden aber weiterhin klar verfehlt.

Die Zahl der Skifahrer-Eintritte nahm auf 987'000 zu, blieb aber ebenfalls unter den guten Wintersportjahren mit rund 1,2 Millionen Gästeeintritten. Es bleibt schwierig, sagte Kessler. Für 2019 sieht er ein Halten der Vorjahreszahlen als realistisch an. Von dynamischen, zum Beispiel wetterabhängigen Tagespreisen hält Kessler nicht viel. Die Kunden hätten hierfür wenig Verständnis.

Bei den Bergbahnen hält die Gruppe aber an den drei verschiedenen Tarifen je nach Saison fest. Das sei ein Grund, warum es gelungen sei, bei den Fahrten auf das Jungfraujoch den Durchschnittsertrag um 2 Franken auf 112 Franken zu steigern. Langfristiges Ziel sind 120 Franken. Allerdings sei es schwierig, bei den Gruppenreise-Veranstaltern die höheren Tarife durchzusetzen, räumte Kessler mit Blick auf die Tiefpreisstrategie anderer Bergbahnen ein.

Berner Zeitung

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