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Tschannen und sein Flughafen

Heinz Tschannen verbrachte sein Leben auf dem Flughafen Bern-Belp. Jetzt hat er seine Erinnerungen in einem Buch festgehalten. Darin erzählt Tschannen von seiner Kindheit, seinen Vorbildern und wie er zum ersten Mal abgehoben ist.

Der Flughafen Bern-Belp ist ein Jahr jünger als Heinz Tschannen. Tschannen wurde 1930 geboren und hat sein ganzes Leben im Belpmoos verbracht. Sein Vater war Flughafenmechaniker und Pilot. Mit 18 Jahren hat Tschannen dann selbst fliegen gelernt. In 54 Jahren absolvierte er rund 2000 Flugstunden und transportierte über 1000 Passagiere. Aus dem ehemaligen Piloten wurde nun ein Buchautor. Denn Tschannen hat sich hingesetzt und seine Erinnerungen in einem neuen Buch festgehalten. «Es Läbe für e Flugplatz Bälpmoos» heisst das Büchlein, das im Blaukreuz-Verlag Bern erschienen ist. Diesen Freitag findet auf dem Flugplatz die Vernissage statt. Das gut 70 Seiten dicke Büchlein ist gespickt mit zahlreichen Schwarzweissfotos aus der Pionierzeit des Flughafens. Und natürlich mit Bildern des Originals aus dem Belpmoos. Das Werk besteht aus kürzeren und aus längeren Anekdoten, zum Beispiel folgenden: Der Direktor habe die ersten Strecken selber als Pilot geflogen, schreibt Tschannen, der als kleiner Junge den Mann bewunderte. 1948 setzte sich Tschannen schliesslich selbst ins Flugzeug und hob ab. Die ersten Flugstunden absolvierte er auf einer Piper L-4 mit 65 PS. Kurz vor Weihnachten hob er ohne den Fluglehrer ab. Seinen ersten Flug beschreibt er in seinem Buch in Berndeutsch folgendermassen: «Vollgas, rumple über e Grasbode, gradus flüge, die erschti Kurve, em Längebärg verby, vor em Bälpberg e zwöiti Kurve, gredius u de bim Fluglehrer abhocke. Es het e glatti Drüpunktlandig gäh.» Notlandung im Acker Nicht immer verliefen die Flüge so problemlos wie bei der Premiere: In der Osterwoche 1958 sagte Tschannen zu, in Stuttgart ein Schleppflugzeug abzuholen. Mit dem Doppeldecker aus den 1930er-Jahren startete er auf dem deutschen Flugplatz Echterdingen in Richtung Schweizer Grenze. Die Maschine verfügte über kein Funkgerät, und der Pilot musste sich mit Karte und Kompass orientieren. Schlechtes Wetter mit viel Schnee zwang den Piloten jedoch zur Notlandung. In Trossingen flog er einen Acker an: «Es het grumplet, bocket u gchesslet. Härdbröche sy um ds Flugzüg ume gfloge. Dank de grosse Reder vo däm Oldtimer het’s de aber kei Chopfstand oder gar e Überschlag gä.» Der Doppeldecker musste schliesslich mit dem Pferd aus dem Acker gezogen werden. Dies blieb Tschannens einzige Notlandung. Ein- und Überblicke Das Büchlein des heute 80-Jährigen ist zügig gelesen und gibt nicht nur Einblicke in Tschannens Leben, sondern auch einen guten Überblick über die zum Teil bewegte Geschichte des Flughafens Bern-Belp. Christian LiechtiDie Vernissage zum Büchlein «Es Läbe für e Flugplatz Bälpmoos» findet am Freitag, 15.Oktober, 18.15 Uhr im Theorielokal Aare/Giesse auf dem Flugplatz Bern-Belpmoos statt. An der Vernissage werden Autor Heinz Tschannen und der ehemalige Flughafendirektor Charles Riesen anwesend sein.>

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