Turm entledigt sich der Rüstung

Spiez

Ab Freitag ist der Turm wieder offen. Am Schloss Spiez wird dennoch weitergebaut.

Das Schloss Spiez im April 2019. Nun werden die Gerüste am Turm entfernt. Fotos: Jürg Spielmann

Das Schloss Spiez im April 2019. Nun werden die Gerüste am Turm entfernt. Fotos: Jürg Spielmann

Gut Ding will Weile haben. Besagt die Redensart. Auf Schloss Spiez muss es besonders gut Ding gewesen sein, dauerte es doch eine ganze ausgedehnte Weile. «Ab Freitag ist der Schlossturm wieder fürs Publikum zugänglich», gab sich Schloss- und Museumsleiterin Barbara Egli am Donnerstag erleichtert.

Eine Woche noch werde es dauern, bis das Gerüst ganz vom 39-Meter-Wohnturm verschwunden sei. Anders als geplant bis zum Saisonstart vor Monatsfrist, blieb das Stahlgerüst, das für die dringende Sanierung von Turm und Dach errichtet worden war, länger stehen.

Der Grund dafür waren die kühlen Temperaturen der letzten Wochen. Konkret kam es zu Verzögerungen im Fahrplan, weil der Kalkmörtel, mit dem die Fugen im Turm-Mauerwerk repariert wurden, erst ab Temperaturen von vier Grad Celsius richtig abbindet.


Abbau: In Adrian von Bubenbergs Rücken wird das Baugerüst bis Ende nächster Woche entfernt. Der Turm ist ab Freitag wieder offen.

Wie Barbara Egli weiter informierte, werden die Resultate der Untersuchungen am Turm durch den Archäologischen Dienst bis im Herbst erwartet. Zur Erinnerung: Bei bauhistorischen Untersuchungen offenbarte sich den Fachleuten, dass der Wohnturm, der nie ein Wehrturm war, später erbaut worden war als bislang angenommen.

Wohl erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Geschichtsgelehrte waren vom 12., das Onlinelexikon Wikipedia sogar vom 10. Jahrhundert ausgegangen.


Aufbau: Spezialisten von Nufer Anderegg Bau aus Ringgenberg sanieren den Treppenabgang von der Kastanienterrasse

Der Sanierungsbedarf ist mit der rund 250'000 Franken teuren Turmsanierung nicht gedeckt. In den nächsten Jahren müssen die Fassade und das Dach des Altschlosses instand gestellt werden. Und Mauern rund ums Schloss. Ein Millionenaufwand; bis 2022 gibt es einen Rahmenkredit über 3,6 Millionen Franken – mit Geldern aus dem kantonalen Lotteriefonds.

Aktuell wird der marode Treppenabgang von der Kastanienterrasse in den äusseren Schlossgraben repariert. Er drohte einzustürzen. Wie Ruedi Jaggi von der Ringgenberger Nufer Anderegg Bau AG – einer raren Spezialistin für Mauersanierungen – am Donnerstag vor Ort sagte, soll diese Baustelle an Pfingsten Geschichte sein.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt