Turnhallenprojekt zurück auf Start

Meiringen

Die Stimmberechtigten lehnten mit 64 Prozent Nein-Stimmen die Vorlage für einen Turnhallenneubau deutlich ab. Die Stimmbeteiligung betrug 56,11 Prozent.

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56,11 Prozent der Meiringer Stimmberechtigten äusserten sich an der Urne zum Turnhallenneubau auf dem Rasenspielfeld Ost. 1131 Personen oder 64 Prozent der Stimmenden lehnten den Kredit von 10,38 Millionen für den Neubau einer Doppelhalle mit Dreifachnutzung und Tribüne ab. Die Erneuerung der Aussenanlage, unter anderem mit einem Kunstrasen, wurde von 1143 Personen oder 66 Prozent der Stimmenden abgelehnt.

Die Opposition hatte sich im Vorfeld abgezeichnet: Auf einem Flugblatt unter dem Titel «Die beste Lösung für Meiringen» stand die Sanierung der bestehenden Anlage im Vordergrund. Der Flyer machte bekannt, dass drei ehemalige SV-Präsidenten im Auftrag der Gemeinde ein Alternativprojekt ausgearbeitet haben.

«Hauptgrund für die Ablehnung war wahrscheinlich, dass die letzte grüne Matte im Dorf verbaut werden sollte», sagt Samuel Pulver. «Der Gemeinderat sollte jetzt eine Gesamtschau vornehmen und eine entsprechende Strategie entwickeln», sagt er.

Die Hallenbad-Frage

«Wir hatten eine Gesamtstrategie im Auge», sagt Gemeindepräsident Roland Frutiger. In der heutigen Turnanlage ist ein Hallenbad integriert. Dieses ist sanierungsbedürftig. Die Idee war, dass auf der Bossmatte neben dem neuen Feriendorf ein Hallenbad in Kombination mit einem neuen Freibad gebaut würde. Die bestehende Sportanlage mit dem Bad wäre, falls die Frei- und Hallenbadanlage hätte realisiert werden können, abgebrochen worden, und das Areal wäre für Schulinfrastruktur zur Verfügung gestanden.

«Ich bin enttäuscht. Jetzt geht es wieder zurück auf den Anfang.»Roland Frutiger, Gemeindepräsident

Wenn nicht, hätte die Möglichkeit bestanden, das Hallenbad am bestehenden Standort zu sanieren. Die Gemeinde Meiringen hat aktuell 100 Kindergärteler und 660 Schülerinnen und Schüler, sodass es viel Flexibilität dafür braucht, mit der bestehenden Doppelturnhalle für alle Schulsport anbieten zu können. «Ich bin enttäuscht. Jetzt geht es wieder zurück auf den Anfang», meint Roland Frutiger.

Die Gemeinde Meiringen hat in den letzten 16 Jahren 1,3 Millionen Franken in die Planung Turnhalle/Hallenbad investiert. Ein Projekt für die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Anlage war 2013 abgelehnt worden.

Déja-vu: Wie bereits beim doppelt so teuren Vorprojekt 2013 haben die Meiringer nun den 10-Millionen-Kredit für den Turnhallenneubau bachab geschickt. Wieder hat der Gemeinderat informiert, eine Arbeitsgruppe installiert. Trotzdem sagte der Souverän mehr als deutlich Nein.

Den Meiringern scheint das letzte grüne Stück Land, direkt neben der Kirche, wichtiger zu sein als eine moderne, notwendige Sportinfrastruktur mit Halle und Aussensportanlage für die Schüler und Vereine. Das ist unverständlich. Verständlich ist das Resultat aber in der Hinsicht, dass der Alternativvorschlag ­– die Totalsanierung der bestehenden Halle für neun Millionen Franken – gar nicht zur Abstimmung kam. Die Stimmbürger hatten nicht wirklich eine Wahl.

Erneut muss nun der Gemeinderat über die Bücher, den ein Plan B hat er nicht. Ob allerdings das Projekt der Gegner sich dazu mausert, ist fraglich. Ein Komplettlösung mit Einbezug der Bossmatte muss das Ziel sein

Berner Oberländer

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