Ubersitz mit neuem Gaststättenkonzept

Meiringen

Die langen Triichlerzüge hatten in diesem Jahr ein neues Ziel: Die Tennishalle stand ihnen und dem Publikum offen.

Der Ubersitz ist ein uralter Altjahrsbrauch im Oberhasli. Am letzten Werktag des Jahres treffen sich die Triichlerzüge alle in Meiringen. Mit ihrem Lärm vertreiben sie die bösen Geister.

Dicke Schneeflocken und Regentropfen in Meiringen: Das Ubersitz-Wetter am 29. Dezember 2017 war eher nass. Gut, dass etliche Restaurants sich Vorzelte fürs Publikum angeschafft haben, dass es beim ehemaligen Feuerwehrmagazin eine kühn (und wohl nicht ganz so feuerschutzkonform) aus Containern gebaute EHC-Haslital-Bar gab und dass erstmals die Tennishalle für Triichler und Gäste offenstand. Ein «Triichler-Beizen-Cher» wie einst bis über den Alpbach liegt in Meiringen längst nicht mehr drin, auch der «Wilde Mann» und die Tramhalle in der Dorfmitte sind ausgefallen.

Früher, sagt man, dienten die Masken am Ubersitz auch dazu, unerkannt den Kropf zu leeren. Dazu scheinen sich alte Weibchen bestens zu eignen, in den Triichlerzügen aus Willigen und Meiringen sind die Frauen in der Mehrheit, allerdings steckt in den vielfältigen Rockvarianten oft ein Mann.

In Sachen «Chropfleerte» übernimmt die Zeitung «Ubersitzler» eine Funktion, oft mit Episoden, bei denen nur Einheimische wirklich wissen, worum es geht. Allgemein verständliche Themen waren dieses Jahr Übergriffe auf Sachwerte nach dem letzten Ubersitz, die Alpbachbeleuchtung bei Wassermangel, der Aare-Wasserbau mit Felsblöcken und Bäumen und der neue Kreisel in der Mäderen bei der Ausfahrt Brienzwiler, bei dem viele Autofahrer in die Bredouille geraten.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt