UBS ersteigert Millionen-Chalet

Gstaad

Die UBS war die einzige Interessentin am Millionenchalet des britischen Immobilienspekulanten Glenn Maud und ersteigerte es am Mittwoch für 10,4 Millionen Franken.

Das 12-Millionen-Chalet in Grund bei Gstaad.

Das 12-Millionen-Chalet in Grund bei Gstaad.

(Bild: Fritz Leutzinger)

In weniger als einer halben Stunde ging am Mittwoch die Versteigerung des Millionenchalets in Gstaad Grund beim Betreibungsamt in Thun über die Bühne. Jörg Koch, der Dienststellenleiter des Betreibungsamtes Oberland-West, fragte vor der Versteigerung in die Runde von gut einem Dutzend Anwesenden, ob ein Vertreter des britischen Besitzers Glenn Maud dabei sei.

Am 28. Juni 2018, bei der ersten Versteigerung des Chalets, hatte ein Anwalt in Mauds Auftrag überraschend den Besitz für 11,67 Millionen Franken ersteigert.

UBS übernimmt

Die Anzahlung wurde geleistet, in der Folge aber blieben weitere Zahlungen aus, sodass es jetzt noch einmal zu einer Versteigerung kam. Insider hatten das schon im Juni vermutet. Maud, so ist in der britischen Fachpresse zu lesen, wurde als Investor unter anderem sehr reich, weil er Geld aus Ghadhafis Libyen in riesige Bauprojekte in Europa vermittelte; Rückzahlungen werden gefordert.

Gerichtsverfahren über Mauds Milliardendeals sind hängig. In Thun hätte am Mittwoch ein Maud-Anwalt die volle Summe sofort zahlen müssen. Die betreibungsamtliche Schätzung lag bei 12,15 Millionen Franken. Ein Schuldbrief der UBS von 11,73 Millionen Franken lastet auf dem Grundstück. Zur Hauptparzelle mit dem Haus gehören zwei Landparzellen. Diese wurden am Mittwoch einzeln versteigert, und ein einheimischer Interessent ersteigerte sie für 2500 Franken.

Einzige Bieterin

Für die Parzelle mit dem Chalet – zu dem das Betreibungsamt immer noch keinen Schlüssel hatte – sind die Verwaltungs- und Verwertungskosten auf 84000 Franken angewachsen. Die geschuldeten Liegenschaftssteuern betragen 10553 Franken. Ein erster Aufruf erfolgte mit einer Vormerkung einer Verfügungsbeschränkung zugunsten von Patricia Maud. Sie war, auch das erfragte Koch, an der Versteigerung nicht vertreten. Es gab kein Angebot.

Der zweite Aufruf folgte ohne die Vormerkung; sie war im Nachgang zum UBS Schuldbrief eingetragen worden. Ein Vertreter der UBS Zürich bot daraufhin 10,4 Millionen Franken. Da sonst niemand mitbot, ist das Chalet jetzt im Besitz der UBS.

Berner Zeitung

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