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Über den Rausch des Glücks

Die Geschwister Christian und Franziska Kohlund haben im Langenthaler Stadttheater über ihr eigenes Leben philosophiert.

Das ganze Leben ist ein Theaterstück, irgendwie. Zu diesem Schluss kam einst der Kabarettist Hans Dieter Hüsch. Ein Schluss, der bestens auch zum Theaterabend von Christian und Franziska Kohlund in Langenthal passt. Auf den Brettern des Stadttheaters zeigten die Geschwister am Wochenende, dass die Grenzen zwischen dem Auftritt auf der Bühne und dem Leben fliessend sind. Sie, die beide schon von Kindsbeinen an Theaterluft atmen, liessen das meist ältere Publikum in den Spiegel blicken und spielten Augenblicke aus ihrem eigenen Leben. Im Stück «Vivre! Vivre!» sinniert Christian Kohlund über das Leben und die Liebe. Mit seiner sonoren, tiefen Stimme umwirbt er das Publikum, fordert es auf, alles Glück zu pflücken – bis irgendwann der Moment des Abschiedes kommt. Mit 25 Jahren habe er alles gewusst, in der Mitte des Lebens habe er dazugelernt: «Der Tag, an dem dich jemand liebt, ist ein schöner Tag.» Über Sein und Schein Franziska Kohlund unterstreicht seine philosophischen Gedankengänge, die an Texte von Luigi Pirandello, Eric-Emmanuel Schmitt und Franz Hohler angelehnt sind, mit Chansons von Charles Aznavour, Juliette Gréco und Serge Reggiani. Lieder über den Rausch des Glücks, die von Sein und Schein erzählen, von der Zärtlichkeit und vom Zorn. Ein Höhepunkt ist das «Guggisberg-Lied». «Ich hab mir das gewünscht», sagt Christian Kohlund und umarmt seine Schwester. «Lasst uns die Bühne» Einen Abend lang lassen die Schauspieler ihr Publikum vom Theaterleben träumen, in dem man sich ein Lied wünschen kann und auf der Bühne einen besonderen Moment der Vertrautheit erlebt. Der Stimmung etwas abträglich sind die vielen Blicke in die Noten- und Textblätter. Der Abend endet dennoch beschwingt, und als Christian Kohlund dem Publikum zuruft: «Lasst uns die Bühne, wir lassen euch das Leben», erntet er dafür einen kräftigen Applaus.Ursula Grütter >

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