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Über Kunst lässt sich streiten

LangenthalAm Künstlermärit soll weder Ramsch noch teure und elitäre Kunst verkauft werden. Dass die Preisgestaltung nicht ganz einfach ist, zeigt das Beispiel von Daniela Nocella.

Mit unbeständigem Wetter hatte man gerechnet. Trotzdem hat sich das OK der Stadtvereinigung Langenthal (SVL) entschieden, den Künstlermärit in der Marktgasse durchzuführen. Und die Rechnung wäre fast aufgegangen: Nur am frühen Samstagnachmittag mussten die 51 Künstler ihre Werke vor dem Regen in Sicherheit bringen. OK-Präsident Daniel Bader war froh: «In der Markthalle, die bei schlechtem Wetter zum Zug gekommen wäre, hätte die Atmosphäre gelitten.» Die Organisatoren zeigten sich denn auch erfreut über den Verlauf. «Es sind etwa gleich viele Leute wie im letzten Jahr hier», schätzte OK-Vizepräsident Kurt Häni. Einmal mehr wurde aber klar: über Kunst lässt sich streiten. Marktteilnehmerin Nadia Siciliano (38) lässt den Blick über die benachbarten Stände schweifen und stellt fest: «Es entspricht nicht alles meinem Geschmack.» Die Aarwangerin stellt zum zweiten Mal am Künstlermärit aus und will vor allem Erfahrungen sammeln. «Ich will die Reaktionen der Menschen spüren, wenn sie meine Bilder betrachten», sagt Siciliano, die als Ausgleich zum Alltag Bilder malt. Mit argwöhnischen Blicken müssen die Ausstellenden umzugehen wissen. «Ich merke sofort, wem meine Kunst gefällt und wem nicht», weiss Daniela Nocella (44), die ebenfalls zum zweiten Mal dabei ist. Die Langenthalerin hat einen innigen Bezug zur Malerei. «Beim Malen können Emotionen in Form und Farbe verarbeitet werden.» Auf Geheiss des OK durften die Exponate einen Preis von 200 Franken nicht unter- und einen Preis von 5000 Franken nicht überschreiten. Das vor allem deshalb, weil günstigere Kunstwerke häufig als Ramsch abgetan würden, während sehr teure Ausstellungsstücke einen elitären Beigeschmack hätten. Doch auch dieser Rahmen erleichtert den Künstlern die Preisgestaltung nicht zwingend. «Als ich begonnen habe meine Bilder zu verkaufen, musste ich einen erfahrenen Künstler zu Rate ziehen, der mir beim Verkaufswert half», sagt Nocella. Mit einer Preisspanne von 500 bis 900 Franken liegt sie ungefähr im Schnitt. «Kunst soll erschwinglich sein. Viele Werke sind zu teuer und bleiben einem geschlossenen Käuferkreis vorbehalten.» Patrick Jordi >

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