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Unterwegs mit 2,26 Promille

Einmal mehr musste sich die Justiz mit einem Fall von angetrunkenem Fahren befassen. Er gelangt noch an das Bundesgericht

Autofahrer X. befand sich mit seinem Personenwagen auf der Strecke von Thun nach Spiez. Wegen seiner ungewöhnlich langsamen Fahrweise fiel er der Polizei auf. Sie stellte ihn und führte einen Atemlufttest durch, der 1,7 Gewichtspromille ergab. Als wesentlich höher erwies sich die Blutprobe durch das Berner Institut für Rechtsmedizin, von mindestens 2,26 Gewichtspromille, was einem schweren Rausch entsprach. Der Richter des Gerichtskreises Frutigen-Niedersimmental verurteilte X. zu gemeinnütziger Arbeit von insgesamt 80 Stunden. Dagegen erklärte die Staatsanwaltschaft Berner Oberland die Appellation. Vor Obergericht beantragte die Anklagebehörde eine Erhöhung der gemeinnützigen Arbeit auf 600 Stunden. Die Verteidigung anerkannte den Schuldspruch wegen Fahren in angetrunkenem Zustand (FiaZ); umstritten blieb die Sanktion. Für die 1. Strafkammer des Obergerichts stand ausser Frage, dass mit der erwähnten Blutalkoholkonzentration eine Fahrfähigkeit nicht mehr vorlag. «Die anderen Verkehrsteilnehmer wurden durch die Trunkenheitsfahrt des Angeschuldigten somit in erheblicher Weise gefährdet» hält das Urteil der Kammer fest. Wegen FiaZ war X. bereits zu 30 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt worden. Zu den Beweggründen vermerkt das Obergericht, X. sei aus familiären Gründen psychisch stark belastet; der Persönlichkeitsschutz gebietet, von näheren Angaben abzusehen. Die Kammer setzte die gemeinnützige Arbeit auf 700 Stunden fest, mit Widerruf der bedingten 30 Tage Gefängnis. Diese muss jedoch X. im Rahmen respektive im Sinne einer Gesamtstrafe nicht absitzen. Dennoch hat er Beschwerde an das Bundesgericht erhoben, vermutlich wegen der hohen Stundenzahl. esch>

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