V-Bahn: Das Ziel ist zum Greifen nahe

Grindelwald

Die V-Bahn in Grindelwald kann gebaut werden. Das Bundesamt für Verkehr hat die Baubewilligung für das 400 Millionen Franken teure Projekt erteilt.

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Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die Plangenehmigung für die neue Seilbahn von Grindelwald zur Station Eiger­gletscher und für den Ersatz der Männlichenbahn erteilt. ­Somit sind folgende Elemente bewilligt:

  • die neue Kabinenbahn Ei­gerexpress (28 Personen pro Kabine), die vom neuen Terminal Grindelwald-Grund direkt zur ausgebauten Bahnstation Eigergletscher führt;
  • die Ersatzbahn für die veraltete Anlage vom Terminal auf den Männlichen mit Kabinen zu je 10 Personen;
  • die neue Bahnstation Ro­thenegg an der BOB-Linie, die den direkten Anschluss des Terminals an den öffentlichen Verkehr sicherstellt;
  • ein mit dem Terminal direkt verbundenes Parkhaus mit 1000 Parkplätzen.

Zahlreiche Auflagen

«Nach Abwägung der unterschiedlichen Interessen haben wir die Plangenehmigung mit zahlreichen Auflagen verbunden, die insbesondere den Umweltbereich betreffen und im Verfahren von den Umweltfachstellen des Bundes und des Kantons, den Umweltorganisationen sowie weiteren Einsprechern beantragt worden sind», schreibt das BAV in seiner Medienmitteilung.

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So habe es vor allem aufgrund der Linienführung des Eiger-Expresses am Fuss der Eigernordwand Bedenken gegeben, weshalb zu den Auflagen jetzt weniger hohe Seilbahn-Zwischenstützen als ursprünglich geplant zu den Massnahmen und Auflagen gehören.

Bewilligung wird geprüft

Aus juristischer Sicht steht jetzt laut BAV-Mediensprecher Gregor Saladin innerhalb von 30 Tagen allen ehemaligen 17 Einsprechern der Schritt ans Bundesverwaltungsgericht gegen die Baubewilligung offen.

Zu ihnen gehören die Umweltorganisationen, welche vor einem halben Jahr in Aussicht gestellt haben, unter den von ­ihnen formulierten Bedingungen auf eine Beschwerde gegen die BAV-Baubewilligung zu verzichten.

Auf telefonische Anfrage hin sagte Verena Wagner, Präsidentin von Pro Natura Bern, gestern: «Wir müssen den 200 Seiten ­umfassenden Entscheid des BAV jetzt erst mal durchsehen. Wenn wir feststellen, dass nichts Neues oder anderes drinsteht als das, was wir gefordert haben, und alles gesetzeskonform ist, dann werden wir den Fall natürlich nicht weiterziehen.»

Auch Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, hat das Dossier erst gerade erhalten, ­jedoch die von ihnen geforderten Ausgleichsmassnahmen an der Strättli-Galerie am Fusse des Eigers sowie die Frage der Gondelauslastung bereits geprüft. «Diese unsere ‹Errungenschaften› sind beide drin, und so gehe ich im Moment davon aus, dass auch der Rest stimmen sollte und wir somit an unserer Absicht ­festhalten werden, auf eine Beschwerde gegen die Plangenehmigung des Bundesamtes zu verzichten.»

«Jetzt zählt jeder Tag»

Jungfraubahn-Direktor Urs Kessler: «Wir konnten mit allen Einsprechern Lösungen finden und vertragliche Vereinbarungen treffen, sodass uns zeit- und kostenraubende Enteignungen erspart blieben. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch die allerletzte ausbleibende schriftliche Verzichtserklärung von der Stiftung Pro Natura in diesen Tagen erhalten werden, um anschliessend sofort mit den Bauarbeiten beginnen zu können.»

Laut Jungfraubahn-Mediensprecherin Pa­trizia Bickel «zählt jetzt für den Baubeginn jeder Tag, um die ­Gondelbahn Grindelwald–Männlichen und die Station Rothenegg mit Verbindungsgang noch rechtzeitig im Dezember 2019 eröffnen zu können». Ein Jahr später sollen auch der Eiger-Express und das Parkhaus in Betrieb ­gehen.

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