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«Verlieren darf nicht zur Gewohnheit werden»

EishockeyTrotz Simon Mosers Saisontoren acht und neun haben die SCL Tigers auch das Heimspiel gegen die Kloten Flyers verloren (2:4). «Wir stecken in einer Krise, aber noch gibt es einen Ausweg», sagte der 22-jährige Angreifer.

Er trifft und trifft, seine Mannschaft aber verliert und verliert. Sieben Tore erzielte Simon Moser in den letzten vier Partien, die SCL Tigers haben jedoch nur eine davon für sich entschieden. Nach sechs der letzten sieben Spiele verliessen die Langnauer das Eis als Verlierer, so auch am Samstag vor eigenem Publikum gegen Kloten. Nach der 2:4-Niederlage belegen die Tigers Rang 10. «Wir haben uns den Saisonstart anders vorgestellt», sagte Moser und fügte an: «Wir stecken in einer Krise, aber noch gibt es einen Ausweg. Das Verlieren darf nicht zur Gewohnheit werden.» Der 22-jährige Stürmer ist derzeit die überragende Figur in der verunsicherten Langnauer Equipe. Gegen Kloten erzielte er mittels Ablenker in Überzahl das 1:1 (20.) und nach einer sehenswerten Einzelleistung den 2:3-Anschlusstreffer (38.). «Im Moment funktioniert bei mir vieles von selbst», sagte Moser, «ich überlege wohl weniger als andere Spieler.» Seit der WM in der Slowakei vor fünf Monaten agiere er selbstbewusster, meinte Moser, der mit seinen ebenfalls formstarken Sturmpartnern Kurtis McLean und Lukas Haas glänzend harmoniert. «Eishockey ist ein Teamsport, Einzelstatistiken haben kaum Wert. Es gibt für mich also keinen Grund zur Freude.» Es geht um Details Simon Moser, mittlerweile der fünftbeste Skorer der Liga, wurde am späten Samstagabend verdientermassen zum besten Langnauer ausgezeichnet. Im Zentrum des Interesses stand aber Urban Leimbacher. Weil sich Robert Esche tags zuvor in Kloten eine leichte Beinverletzung zugezogen hatte, kam der Goalie erstmals in dieser Saison von Beginn weg zum Einsatz. Bereits den zweiten, freilich unhaltbaren Schuss nach drei Minuten liess der 29-Jährige passieren; beim letzten Gegentor in der 56. Minute sah er unglücklich aus. Leimbacher parierte aber nicht weniger als 51 (!) Schüsse. «Urban hat uns lange im Spiel gehalten. Er trägt an der Niederlage keine Schuld», sagte Moser. Zu denken gaben ihm aber die vielen Scheibenverluste und Undiszipliniertheiten, kassierten die Langnauer doch bereits den vierten Treffer in nummerischer Überzahl. «Wir wollen es zu gut machen, halten uns nicht immer ans Spielsystem», erklärte Moser. Die Mannschaft sei nicht schlechter als vor einem Jahr. «Es geht nur um Details. Doch diese sind in der ausgeglichen Liga entscheidend.» Als Leader gefordert Die Stimmung im Team sei trotz der ungemütlichen Tabellenlage sehr gut, erklärte Simon Moser. «Das Selbstvertrauen ist bei einigen Spielern aber nicht so gross wie im Vorjahr. Es ist wichtig, dass wir die Niederlagen vergessen und nicht ins Grübeln geraten. Wir waren ja nur gegen den SCB chancenlos.» Mehrere Langnauer agieren derzeit unter den Erwartungen; die Ausländer Pascal Pelletier und Joël Perrault blieben zuletzt blass, das Leistungsgefälle in der Mannschaft ist gross. Moser, der längst als Führungsspieler und Publikumsliebling gilt – vergangene Saison schoss er sowohl das entscheidende Tor zur erstmaligen Playoff-Qualifikation als auch den ersten Playoff-Treffer in der Vereinsgeschichte –, will als Leader versuchen, seine Teamkollegen mitzureissen. «Gesprochen haben wir zuletzt aber genug und auch viel Zeit für die Analyse verwendet. Nun müssen Taten folgen – auch ich bin gefordert.» Der Emmentaler erachtet es als Vorteil, dass bereits morgen die nächste Partie ansteht. «Im Moment sind Ernstkämpfe das beste Training.» Das Programm in dieser Woche ist jedoch anspruchsvoll: Morgen spielt die Equipe von John Fust bei Tabellenführer Zug, am Freitag gastiert Davos in der Ilfishalle. «Wir wollen unbedingt punkten», sagt Moser. Damit die Krise nicht zu tief wird. Philipp Rindlisbacher;SCL Tigers News, Interviews, Hintergründe, Kommentare www.scltigers.bernerzeitung.ch>

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