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Viehschau? Oder doch Eishockey?

LangnauBis im März soll der Gemeinderat Klarheit schaffen, ob die Markthalle dereinst auf das Zeughausareal oder an einen anderen Ort verlegt wird. Denn damit würde neben dem Ilfisstadion Platz für ein zweites Eisfeld entstehen.

Es gibt die Sichtweise der Bauern. Früher organisierten sie ihre Tierschauen und -märkte auf dem Viehmarktplatz mitten in Langnau. Bis sich 11 Gemeinden, 47 Viehzuchtgenossenschaften und weitere Organisationen zusammenschlossen, um die Markthalle zu bauen. 1995 wurde sie eröffnet und ist seither fast jede Woche belegt: am Montagmorgen findet der Kälbermarkt statt, am zweiten Dienstag im Monat der Schlachtviehmarkt und am zweiten Freitag eine Auktion, im März steht zudem die Starparade auf dem Programm und im Oktober die Braunviehschau. «Die Markthalle ist für uns nicht mehr wegzudenken», sagt Walter Sutter, Landwirt aus Langnau. Auf der anderen Seite gibt es die Sichtweise der Eishockeyaner. Für Ruedi Zesiger, den Geschäftsführer der SCL Tigers, steht fest: Wenn der Klub längerfristig im Spitzeneishockey bestehen wolle, «brauchen wir die besten Spieler unserer Region». Einer ausgewachsenen Nachwuchsabteilung müsse man jedoch auch gute Trainingsbedingungen bieten können. «Deshalb», erklärte Zesiger letzten Winter an einer Podiumsdiskussion, «braucht es in Langnau irgendwann ein zweites Eisfeld.» Als Standort kommt logischerweise die Umgebung des Ilfisstadions in Frage. Dort ist der Platz allerdings knapp: Die Ilfis lässt sich ebenso schlecht verschieben wie die Grossmetzgerei Reber. Bliebe als Option noch der Parkplatz auf der Nord- oder die Markthalle auf der Ostseite. Bis ins Jahr 2055 Und genau hier sieht Walter Sutter, der regelmässig Hockeymatches besucht und überdies für die SVP im Grossen Gemeinderat politisiert, «unliebsame Diskussionen» zwischen Eishockeyanern und Bauern kommen. Denn die Gemeinde Langnau hat den Bauern den Boden für die Markthalle bis 2055 im Baurecht zur Verfügung gestellt – mit anderen Worten: Wenn keine Alternative zum jetzigen Standort der Markthalle besteht, bleibt das Areal in den nächsten 44 Jahren für andere Nutzungen, also auch für ein zweites Eisfeld, blockiert. Dies vor Augen, hat Sutter nun einen dringlichen politischen Vorstoss eingereicht. Er will vom Gemeinderat wissen, ob dieser die Markthalle allenfalls an einen anderen Ort verlegen will, um Platz für das zweite Eisfeld zu schaffen. Als alternativer Standort für die Markthalle komme fast nur das Zeughausareal in Frage, sagt Walter Sutter. Und dieses werde der Bund ja bald zum Verkauf ausschreiben. «Die Angelegenheit eilt also.» Starparade und Playoffs Der Langnauer Gemeinderat hat bis nächsten Monat Zeit, Sutters Vorstoss zu beantworten. «Es ist aber kein Geheimnis», sagt Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP), «dass bereits seit Jahren von einem zweiten Eisfeld gesprochen wird.» Und dass es nicht immer einfach sei, den Betrieb von Markthalle und Eisstadion aneinander vorbeizubringen. Die nächste Starparade zum Beispiel findet just an jenem Wochenende statt, an dem die SCL Tigers ihr erstes Playoff-Heimspiel austragen. Entsprechend gross werden die Parkplatznot und der Menschenauflauf in diesem Gebiet sein. Deshalb schaue man bei der langfristigen Zukunftsplanung für das Eisstadion auch das Markthallenareal an, so Antener. «Im Moment wird die Markthalle aber sicher nicht tangiert.» Wie genau es mit der Sanierung des Ilfisstadions weitergehe, erfahre die Öffentlichkeit noch in diesem Frühling. Markus Zahno>

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