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Vielfältig Naturerscheinungen imitiert

WENGEN Mit dem wohl bekanntesten Werk Antonio Vivaldis setzte das Plawner Consort das Motto der 7. Mendelssohn Musikwoche Wengen «Musik und Natur» eins zu eins um. In «Vier Jahreszeiten» imitierte die Kammerformation mit Piotr Plawner Naturerscheinungen.

Bereits im Divertimento D-Dur des 16-jährigen Mozart und im Violinkonzert d-Moll des 13-jährigen Mendelssohn liess das Plawner Consort am Konzert in Wengen erahnen, dass es von Beginn an mit der frischen Musizierweise und den rasanten Tempi auf Vivaldis Vorgaben eingestimmt war. In den vier Jahreszeiten – italienisch «Le quattro stagioni» – liess das Plawner Consort mit Musikerinnen und Musikern aus der Region Bern auf ihre Instrumente umgesetzte Natur pur erleben. Angefeuert von Piotr Plawner, der als Dirigent und Sologeiger wirkte, brachte die Kammerformation Antonio Vivaldis besonders wirkungsvolle Spieltechniken und Effekte zu Gehör. Vogelstimmen und heftige Stürme Vier Geigen, eine Bratsche, Cello, Kontrabass und ein Cembalo imitierten unterschiedliche Naturerscheinungen. Sanfte Winde, heftige Stürme und Gewitter sind Elemente, die in den vier «Violin»-Konzerten in der Kirche Wengen eins zu eins zu hören waren. Hinzu kamen plastisch dargestellte, durcheinander zwitschernde Vogelstimmen. Ein schlafender Hirte wurde porträtiert. Die begleitenden Geigen malten das Blätter- und Gräserrauschen, im Hintergrund war ein ein müdes Bellen des Hirtenhundes zu hören. Menschliche Betätigungen wie die Jagd, ein Bauerntanz, das Schlittschuhlaufen einschliesslich Stolpern und Hinfallen bis zum schweren Schlaf eines Betrunkenen – das alles ergänzten die auf die Instrumente übertragenen Naturerlebnisse der vier Jahreszeiten. Nicht zu überhören war ein typisches dramaturgisches Merkmal von Vivaldis Musik wie die langen Orgelpunkte, auf denen die Harmonie geradezu eingefroren wirkte, bevor sie sich in Bewegung setzte. Diese Effekte wiederholten sich in allen Konzerten (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) und waren vorab in den Solopassagen zu beobachten. Locker spielte das Orchester rasante Tempi und wechselte wirkungsvoll von Forte zu Piano. Wenn der Schweiss rinnt Echowirkungen, das Sausen von wilden Mücken- und Hornissenheeren oder Donner im ganzen Orchester und hochvirtuose Blitze der Solovioline versetzten ins Staunen. Durch ihren leidenschaftlichem Einsatz verloren sowohl das Orchester wie der Solist bei allen vier Jahreszeiten viel Schweiss. Nicht enden wollender Applaus, Zurufe und Stampfen drückten die Begeisterung des Publikums deutlich aus. Mit der arienhaften Violine zu Pizzicatobegleitung verdankte sich das Plawner Consort, bevor es galt, sich zu einem Gruppenbild aufzustellen und die Instrumente in die Bahn zu transportieren. Dazu Andreas Marti: «Ich hatte heute erstmals mein Cembalo im Zug transportiert. Es war einmal etwas anderes und das Ambiente zum Musizieren gefiel mir». Und zwei Zuhörerinnen ergänzten: «Es war wunderbar, wir haben es genossen».Heidy Mumenthaler>

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