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Vier Topchancen, aber keine Tore für Thun

FC ThunDie Leistung war in Ordnung, der Ertrag nicht. Thun hat auswärts gegen die Grasshoppers nur 0:0 gespielt und wartet seit dem 13.November 2010 auf einen Sieg.

Richtig spannend wurde es in Zürich erst nach dem Spiel. Murat Yakin und Ciriaco Sforza, die beiden erfolgshungrigen Jungtrainer, erwiesen sich einmal mehr als interessante Gesprächspartner – und sie überraschten mit ihren Aussagen. Während sich der Grossteil der Zuschauer in der durch Taktik geprägten Partie langweilte, waren die Übungsleiter mit dem Spiel grösstenteils zufrieden. «Der FC Thun spielte sehr stark», bilanzierte Sforza, «so kamen wir nicht ins Spiel – und so sind wir mit dem Punkt zufrieden.» Yakin seinerseits sprach von einer verpassten Chance. «Wir haben es trotz guten Gelegenheiten verpasst, ein Tor zu erzielen. Ansonsten kann ich dem Team keinen Vorwurf machen.» Denn: «Wir waren bestens organisiert.» Angetreten waren die Thuner mit einer ziemlich offensiven Taktik. Mit Scarione, Neumayr und Lezcano versuchten gleich drei Spieler, Verwirrung in der GC-Abwehr zu stiften. Yakin hatte also keine Angst vor dem Gegner, der mit einem Sieg nahe an die Thuner hätte aufrücken können. Überraschen konnte der Thun-Trainer auch mit der personellen Besetzung seines Teams. Timm Klose und Nick Proschwitz mussten auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die arrivierten Spieler bekommen zu spüren, dass die Konkurrenzsituation im Team mit den getätigten Transfers gestiegen ist. «Wer spielen will, muss sich im Training aufdrängen», argumentierte Murat Yakin. Auf «grosse» Namen nimmt er dabei keine Rücksicht. Klose war am Mittwoch noch mit dem U-21-Nationalteam auf Malta im Einsatz und kehrte müde zurück. Der 6-fache Saisontorschütze Proschwitz hinkt derzeit seiner Form hinterher. Sein letztes Tor erzielte der Deutsche am 13.November beim 3:1-Sieg in Basel. Einerseits ist es nicht ganz neu, dass Fussballtrainer an einem 0:0 oftmals mehr Freude haben als an einem 2:2 oder 3:3. Andererseits muss Murat Yakin doch langsam zu denken geben, wie wenig Tore seine Equipe erzielt. Gestern spielten die Thuner zum dritten Mal in den letzten vier Partien 0:0. Im Zürcher Letzigrund trafen die Berner Oberländer in dieser Saison noch nie. Das erste Spiel gegen GC hatte ebenso 0:0 geendet wie jenes gegen Zürich. Die Thuner glänzen bei ihren Tormöglichkeiten seit je mehr durch Qualität denn durch Quantität. Diesmal durften vier erstklassige Chancen notiert werden, was längstens genügen müsste, um ein Spiel zu gewinnen. Bereits in der 17.Minute setzte sich Markus Neumayr auf der rechten Seite durch, passte etwas ungelenk zur Mitte und fand dort Oscar Scarione. Dieser versuchte sein Glück mit einem Hackentrick, der GC-Torhüter Swen König aber nicht übermässig herausforderte. Unzureichend war die Ausbeute in Minute 37, als Neumayr und Dario Lezcano eine Zwei-gegen-eins-Situation herbeiführten, Neumayr aber den Pass nicht spielte und etwas eigensinnig selber abschloss. Dabei geriet er in Rücklage und beförderte den Ball deutlich übers Tor. In der zweiten Halbzeit kam Andreas Wittwer zu einer Grosschance. Er kam frei stehend aus 15 Metern zum Abschluss und wollte den Ball in die hohe Ecke befördern, was knapp misslang. Schliesslich lancierte Benjamin Lüthi in der 79.Minute Ifet Taljevic, der tief schoss und GC-Keeper König zu einer Parade zwang. Dass GC zu Hause nicht traf, erstaunt weniger. In zehn Spielen haben die Zürcher im Letzigrund nur neun Tore erzielt. Kein Wunder, fühlt sich der Rekordmeister in diesem Stadion nicht wohl. Nachdem die Stadt die Reduktion des Mietzinses ablehnte, sucht der Verein weiter nach einer neuen Heimarena. Derweil sehnten sich die GC-Fans den abgerissenen Hardturm zurück, den sie mehrmals lautstark besangen. Stephan Dietrich>

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