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Villa Rufener: Von der baufälligen Bruchbude zum Liebhaberobjekt

LangenthalDie Denkmalpflege des Kantons hat gestern in der Villa Rufener ihren

Rund 100 ausgewählte Restaurierungen und Umbauten, die in den letzten drei Jahrzehnten im Kanton Bern vorgenommen wurden, stellt die Denkmalpflege in ihrem zweiten Tätigkeitsbericht vor. Darin wird auch die Geschichte der Villa Rufener erzählt. Aus aktuellem Anlass hat daher die Präsentation der neuen Lektüre in den Mauern des Langenthaler Herrenhauses stattgefunden. Das historische Gebäude mit Baujahr 1878 wäre vor rund 30 Jahren beinahe dem Erdboden gleichgemacht worden. Gerade noch rechtzeitig schaltete sich die Denkmalpflege ein und initiierte in Zusammenarbeit mit den Eigentümern eine Restaurierung der Villa. Heute erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz. Vor dem Abbruch gerettet Ende des 19.Jahrhunderts entstanden zwischen dem Langenthaler Bahnhof und dem Dorfkern mehrere Villen mit parkartigen Gärten. Auch der Geschäftsmann Gottfried Rufener-Oberli, Vorfahre des amtierenden Stadtpräsidenten Thomas Rufener, liess sich in dem neuen Quartier ein Anwesen bauen. Inspirieren liess er sich von französischen Renaissanceschlössern. Zur Jahrhundertwende wurden noch zwei Umbauten vorgenommen. Dann geschah lange nichts mehr. Das prunkvolle Haus verwahrloste und galt schliesslich als Abbruchobjekt. In den 1970er-Jahren wurden Teile des grossen Parks abparzelliert und in unmittelbarer Nähe Mehrfamilienhäuser gebaut. Damals erkannte die Denkmalpflege den historischen Wert der Villa und stellte das Gebäude unter Schutz. Weitere Überbauungen und ein Abbruch konnten vermieden werden, bis im Jahr 1990 der Notar Bernhard Krummenacher mit seiner Frau Catherine das Grundstück kaufte. Zusammen mit der Denkmalpflege begannen sie, das Haus in Etappen zu restaurieren. In einer ersten Phase wurde das Erdgeschoss zu Büroräumlichkeiten umfunktioniert, und in den Obergeschossen wurden drei Wohnungen eingebaut. Aus Kostengründen konnte immer nur das Nötigste renoviert werden. So wurde vorerst das lecke Dach erneuert, die Wasserschäden im Keller wurden behoben und die einsturzgefährdeten Böden im Parterre gesichert. Die Arbeiten wurden jeweils unter der Voraussetzung vorgenommen, die Bausubstanz der Villa in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten. Unter diesem Aspekt gestaltete es sich schwierig, die Wohnungen mit zeitgemässen Sänitäranlagen und Kücheninstallationen auszustatten. Man griff auch zu ungewöhnlichen Massnahmen. Aktuellstes Zeugnis dafür ist ein Schlafzimmer, das von einem schwarzen, frei stehenden Kubus ausgefüllt wird. In ihm befinden sich ein Ankleideraum und eine moderne Nasszelle. Das kistenähnliche Element könnte wieder entfernt werden, wollte man die Räume dereinst wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzen. Schritt für Schritt wurde so aus der baufälligen Ruine ein Schmuckstück. Heute gilt die Villa, zumindest was das Innere betrifft, als komplett saniert. Doch bereits runzelt Krummenacher wieder die Stirn: Aussen dringt Wasser aus der Mauer. Über die Ursache wird noch gerätselt. Scheinbar sind die Renovationsarbeiten doch noch nicht ganz abgeschlossen.Patrick Jordi>

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