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Vom Berner Leinen zu Hafttextilien

1886 gründeten Friedrich Baumann und Albert Brand in Langenthal ein Fabrikations- und Handelsgeschäft für Leinen- und Halbleinengewebe.

Die beiden Textilvertreter Friedrich Baumann und Albert Brand hatten sich in Paris kennen gelernt. In Langenthal, an der Wiesenstrasse 5, also auf dem Hübeli, stand ihr erstes Geschäftslokal. Im Erdgeschoss waren Büro und Spedition, im Keller das Lager und die Zettelei untergebracht. Die beiden nannten sich nicht wie damals üblich Tuch- oder Seidenherren, sondern Fabrikanten. Sie kauften Leinengarne und liessen vor allem im Winter von Webern, das waren vorwiegend Kleinbauern, das Berner Leinen weben. Zwanzig Jahre nach der Firmengründung beschlossen sie jedoch, getrennte Wege zu gehen. Landesausstellung inspirierte Friedrich Baumann gründete 1905 die erste mechanische Leinenweberei. 1930 übernahmen Fritz und Willy Baumann den väterlichen Betrieb. Die Landesausstellung gab ihnen den Antrieb für Neuheiten im dekorativen Bereich. Nach dem Krieg spezialisierten sie sich auf hochwertige Stoffe. 1951 machte sich Fritz Baumann mit der Leinenweberei Baumann+Co. selbstständig. Er lancierte die Marke Goldfaden. Das war die erste Kollektion hochwertiger Weisswaren. Bruder Willy Baumann blieb am alten Standort und übernahm die Produktion der Möbelstoffe. Diese Firma nennt sich heute Lantal Textiles und kann 2011 ebenfalls das 125-jährige Bestehen feiern. Der erste Computer Ende der Fünfzigerjahre tauchte erstmals der Name Création Baumann auf. 1961 trat Jörg Baumann in die Firma ein (die volle Verantwortung übernahm er 1974). Der Betrieb stellte auf Dekorationsstoffe um, Maschinenpark und Vertrieb wurden erneuert. In den Sechzigerjahren wurden in Zürich, Paris und Frankfurt Showrooms eröffnet. Von 1968 bis 1972 verdoppelte sich der Umsatz. Und der erste Computer in Langenthal ging in Betrieb. Anfang der Achtzigerjahre sorgte das neue Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude für Aufsehen. In Bergamo erwarb Jörg Baumann eine Villa, die er jungen Talenten zur Entwicklung neuer Ideen zur Verfügung stellte. Als grösste Investition in der bisherigen Firmengeschichte wurde ein automatisches Lager gebaut. Und Création Baumann initiierte den Langenthaler Designers’ Saturday. Die letzten Jahre unter Philippe Baumann – er übernahm die Firma im Jahr 2000 – waren vor allem durch technische Neuheiten geprägt. Jahrelange Forschung und Entwicklung im Digitaldruck, bei Hafttextilien oder Spezialfunktionen wie Lichtsteuerung, Verdunkelung und Schallabsorption, trugen Früchte.rgw>

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