Von den Ferienwohnungen ausgebremst

Hasliberg

Im Oberhasli stiegen die Logiernächte, wie im ganzen Kanton, 2018 an. Allerdings auf tieferem Niveau.

Blick vom Hasliberg: Hier ging im 2018 das Angebot an Ferienwohnungen zurück.

Blick vom Hasliberg: Hier ging im 2018 das Angebot an Ferienwohnungen zurück.

(Bild: PD / Jungfrau Region)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Die gute Nachricht, die Haslital-Tourismus-Präsident Alex Rufibach an der Hauptversammlung auf dem Hasliberg berichten konnte: Die Logiernächte im Oberhasli stiegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Total waren es 455286 Logiernächte gegenüber 445215 im 2017. Die schlechte Nachricht: Das ist im Vergleich zum Durchschnittswert im Kanton Bern (plus 6,9 Prozent) wenig.

Das ist auf den Rückgang bei den Ferienwohnungen (minus 3,6 Prozent) und Gruppenunterkünften (minus 2,9 Prozent) zurückzuführen. «Wir hatten auf dem Hasliberg weniger Ferienwohnungsangebote im letzten Jahr, was den Rückgang erklärt», sagt Alex Rufibach auf Nachfrage dieser Zeitung. Zudem hätte das Reka-Feriendorf, dessen Logiernächte ebenfalls bei den Ferienwohnungen gezählt werden, tiefere Zahlen als in den Vorjahren.

«Wir hatten weniger Ferienwohnungsangebote im letzten Jahr, was den Rückgang erklärt.»Alex Rufibach, Präsident Verein Haslital Tourismus

Beim Hauptstandbein, den Hotellogiernächten, konnte trotz der Schliessung des Hotels Sherlock Holmes Mitte Jahr eine Zunahme verzeichnet werden (plus 3,7 Prozent). Auch beim Camping (plus 16,6 Prozent) und den SAC-Hütten (plus 24,3 Prozent) zeigt die Kurve nach oben.

Die Gäste kamen mehrheitlich aus der Schweiz ins Oberhasli (54,2 Prozent), gefolgt von China (13,2 Prozent) und Deutschland (12,8 Prozent).

Keine Überraschungen

Bei der Jahresrechnung von Haslital Tourismus gab es keine Überraschung, sie schliesst ausgeglichen mit einem Gewinn von 1207 Franken ab. Die grössten Einnahmequellen bilden wie gehabt die Kurtaxeneinnahmen mit 838284 Franken (2017: 780'596 Franken) sowie die Erträge aus den Tourismusförderungsabgaben (TFA) in der Höhe von 431'872 Franken (374'872 Franken). Auf der Ausgabenseite fallen der Destinationsbeitrag von 701000 Franken (680'000 Franken) und die TFA-Abgabe von 431'872 Franken (374102 Franken) an die Jungfrau Region Tourismus AG ins Gewicht.

Ein weiterer grösserer Brocken ist der Aufwand für die Kurorteinrichtung, der 2018 mit 196145 Franken zu Buche schlug (167'180 Franken). Dieser steht prozentual in Korrelation zu den Kurtaxeneinnahmen. «Auch beim Budget 2019 machen wir keine unerwarteten Sprünge», so Rufibach. Dieses sieht Einnahmen aus den Kurtaxen von 740'000 Franken und aus der TFA von 431'000 Franken vor.

«Innertkirchen und Guttannen machen das Inkasso der Kurtaxen seit Anfang 2019 selbst und finanzieren damit auch das Tourist Center Grimseltor.» Simon Zobrist, Resort Manager Haslital

Die um 100'000 Franken tieferen Erträge aus den Kurtaxen erklärte Resort Manager Simon Zobrist: «Innertkirchen und Guttannen machen das Inkasso der Kurtaxen seit Anfang 2019 selbst und finanzieren damit auch das Tourist Center Grimseltor.» Dadurch ergebe sich für Haslital Tourismus ein Nullsummenspiel – weniger Kurtaxeneinnahmen, dafür auch weniger diverse Aufwände, da diese das Grimseltor selber trägt.

Die Beiträge an die JRT sind mit 635'000 Franken (Destinationsbeitrag) und 431'000 Franken auf der Ausgabenseite eingeplant. Das Budget sieht einen Gewinn von 1450 Franken vor.

Neue Verträge bis Ende Jahr

Beim Verein Haslital Tourismus stehen dieses Jahr noch die neuen Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden auf dem Plan, wofür sie diese per Ende 2019 kündeten (wir berichteten). Die Anpassungen werden nötig, weil sich einerseits das Gästeverhalten verändert hat. Andererseits strebt der Verein eine Anpassung der Kurtaxen an.

Rufibach: «Wir möchten, dass die Kurtaxen in allen fünf Gemeinden – Guttannen, Hasliberg, Innertkirchen, Meiringen und Schattenhalb – erhöht werden.» Zum Teil seien die Beträge seit zwanzig Jahren dieselben und würden auch im Vergleich zu den übrigen Destinationen des Mutterhauses JRT zurückfallen. Die Verhandlungen mit den Gemeinden seien im Gange. «Ziel ist es, dass die neuen Verträge bis Ende Jahr stehen», so Rufibach.

Weil seine Amtsdauer ablief, musste Vorstandsmitglied Thomas Michel wiedergewählt werden, was die Versammlung mit Akklamation machte.

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