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Von der Schattenseite zurück an die Sonne

FussballRoland Bättig ist der ruhende Pol im Thuner Spiel. Heute trifft er mit seinem Team zu Hause auf Leader Luzern (17.45 Uhr). Bevor der Routinier vor eineinhalb Jahren nach Thun wechselte, hatte er in Bellinzona erlebt, was einem Profi widerfahren kann.

Nach dem Kälteeinbruch in den letzten Tagen sind die Spieler des FC Thun im Training kaum noch auseinanderzuhalten. Alle tragen sie eine lange Hose, einen Pullover und eine Mütze. Drei Wochen dauert es noch bis zur Winterpause. In dieser Zeit trägt der Aufsteiger noch drei Spiele aus, «drei Spiele, in denen wir aus einer bisher durchschnittlichen eine sehr gute Vorrundenbilanz machen können», sagt Roland Bättig vor dem Heimspiel heute gegen Leader Luzern. Der 31-Jährige ist einer der wenigen Routiniers im jungen Team von Trainer Murat Yakin. Milaim Rama, Marc Schneider und Thomas Reinmann fallen im Moment wegen Verletzungen aus. «Junge Spieler sind grösseren Leistungsschwankungen unterworfen. In diesen Momenten ist es wichtig, dass wir ihnen mit unserer Erfahrung zur Seite stehen», sagt Bättig. Erfahrungen hat der Luzerner in seiner Karriere viele gesammelt. Ausgebildet wurde er vom FC Schötz, über Kriens führte sein Weg zu Xamax. Auch in Aarau und in Luzern stand er schon unter Vertrag. Verlorenes Jahr in Bellinzona Ruhig und gelassen spricht der Mittelfeldspieler über seine Aufgabe beim FC Thun. Er wirkt abseits des Platzes so, wie er spielt. Bättig verkörpert die klassische Nummer sechs. Seine Aufgabe ist es, den Angriff des Gegners zu unterbinden und dann die eigenen Offensivleute ins Spiel zu bringen. Dribblings und Kabinettstücke sind seine Sache nicht. Seine Rolle in Thun fand Bättig sofort nach seiner Ankunft im Sommer 2009. Und das, obwohl er eben die schlimmste Saison seiner Karriere erlebt und ein Jahr lang keinen Ernstkampf bestritten hatte. Dafür hatte er im Tessin die dunkle Seite des Fussballgeschäfts kennen gelernt: Im Sommer 2008 nahm Bättig das Angebot der AC Bellinzona an. Dort angekommen, war der Trainer, der ihn verpflichtet hatte, jedoch schon nicht mehr im Amt. Die Klubbesitzer aus Italien teilten Bättig mit, für ihn sei kein Platz im Team, er werde nach Como in die italienische Serie C ausgeliehen. «Dort waren die Verhältnisse unglaublich. Die Infrastruktur, das Niveau. Auf dem Platz wurde nur getreten», erzählt Bättig. Nach einem Monat hatte er genug. Er kehrte nach Bellinzona zurück und bat um die Auflösung des Vertrags, «denn es hätte noch gereicht, vor Saisonbeginn einen neuen Klub zu finden». Bellinzona ging nicht darauf ein. Bättig erstritt sich daraufhin zwar die Teilnahme am Training, eingesetzt wurde er die ganze Saison über nicht. «Auch die meisten Mitspieler waren distanziert. Sie wussten, dass ich mit dem Klub im Streit war, und wollten es sich wohl nicht mit den Verantwortlichen verderben.» In seiner Not nahm sich Bättig einen Anwalt. Schliesslich schaffte er es, sich aus dem Vertrag zu befreien. «Kurz bevor wir vor das Arbeitsgericht ziehen wollten, lenkte Bellinzona ein. Sonst hätte alles noch viel länger gedauert.» Vertrag läuft im Sommer aus Nach dem verlorenen Jahr im Tessin stand Bättig fürs Erste auf der Strasse. Als einzige Option bot sich ihm der Wechsel zum FC Thun an. Während einer Woche überzeugte er Trainer Murat Yakin im Probetraining, danach unterschrieb er einen Zweijahresvertrag. «Ich bin froh und dankbar, habe ich hier die Chance erhalten, meine Karriere fortzusetzen», sagt Bättig. Vor ein paar Jahren trat er noch gegen Yakin an, als dieser der Abwehrchef in Basel war. «Yakin ist als Trainer genau so geworden, wie ich es erwartet habe. Er ist ruhig und bedacht, doch seine Anweisungen sind sehr präzis und bestimmt.» Noch steht nicht fest, ob Yakin und Bättig auch in der nächsten Saison in Thun zusammenarbeiten. Neben Stephan Glarner und Oscar Scarione ist Bättig einer von drei Thuner Stammspielern, deren Vertrag im Sommer ausläuft. Bisher hätten keine Verhandlungen stattgefunden, sagt Bättig, der mit seiner Familie in Bremgarten bei Bern lebt. «Doch ich fühle mich wohl in Thun, und wir werden uns sicher in der Winterpause zusammensetzen.» Die Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit könnten also schlechter sein. Alexander Wäfler;Fussball, Thun - Luzern Liveticker Sa, 17.45 Uhr www.thunertagblatt.ch/sport>

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