Von Wacken direkt an den See

Brienz

Frauenpower am Brienzersee Rockfestival: Das schwedische Frauenquartett Thundermother reist direkt nach ihrem Auftritt am Wacken-Open-Air nach Brienz.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Grosis, Kinder, Pärli, Freunde, Deutschschweizer, Welsche, Englisch Sprechende, manche in schwarz gekleidet, die anderen bunt oder sommerlich weiss – am 31. Brienzersee Rockfestival ist das Publikum durchmischt.

31. Ausgabe bedeuten 30 Jahre Erfahrung – das merkt man den Organisatoren an.Bei der Eröffnung gestern läuft vieles rund. Vom Shuttle-Bus – der Bahnhof und Parkplatz abklappert –, über die Ticketausgabe, die Eingangskontrolle und die Festwirtschaft. Alles geht zügig voran. Die Helfer sind gut gelaunt, das Festival kann losgehen.

«Siter no alli am See?», fragt Moderator Sandro Trauffer das Publikum.Dieses lässt sich, zumindest teilweise, nicht zweimal bitten. Geschätzte 400 Besucher hören im Zelt, wie Human Zoo um 17.15 Uhr das Festival pünktlich eröffnen. Etwas Gotthard, etwas Krokus, meistens mitreissend: So lassen sich die Schwaben am Besten umschreiben. Etwas gewöhnungsbedürftig aussergewöhnlich ist dabei Saxophonist Boris Matakovic. Er fügt sich aber gut in den Sound der sechsköpfigen Band ein.

Bad in der Menge: Thundermother-Gitarristin Filippa Nässil geht auf Tuchfühlung mit dem Brienzer Publikum. Video: ngg

Bami Goreng, Spätzlipfanne, Risotto, Steak oder der bewährte Chräsbrätel – die Auswahl an Essen ist gross, die Preise, auch für die Getränke, moderat. Die Redaktorin kann sich ohne anzustehen ein Schäli Fischknusperli für 9 Franken holen. Kurz danach bildet sich eine riesen Schlange vor der Kasse. Bei vier Kassierer und einer Essenausgabe, die sich fast über die ganze Zeltlänge erstreckt, kein Problem. Mehrwegbecher braucht das Brienzersee Rockfestival auch nicht, die Besucher halten Ordnung.

Wie Human Zoo haben auch Thundermother mit technischen Problemen zu kämpfen. Es pfeifft den Zuhörern mehrmals um die Ohren. Die Schwedinnen um Bandleaderin und Gitarristin Filippa Nässil machen das aber mit viel Einsatz, guter Laune und viel Rock’n»Roll wett. Nässil, die 2017 ihr ganze Band neu besetzen musste, wagte während ihrem Solo sogar einen längeren, viel bejubelten Ausflug ins Publikum.

Das Sängerin Guernica Mancini etwas heiser ist, möge man ihr verzeihen. Thundermother spielte um 11 Uhr noch auf der Mainstage des deutschen Wacken-Open-Airs, mit 75'000 Besuchern eines der grössten Heavy-Metal-Festivals der Welt. «Wir haben den Flug nur ganz knapp erwischt», verrät Mancini. Trotzdem oder gerade deswegen geniessen die Schwedinnen das deutlich kleinere Festival am See. «Wir werden nachher noch schwimmen gehen», ruft Filippa Nässil ins Publikum.

Am Mittag spielte Thundermother noch auf der Hauptbühne des Wacken-Open-Airs vor mehreren Tausend Zuschauern, am Abend am «etwas» kleineren Rockfestival am Brienzersee.

Der sonst sehr kalte Brienzersee lockt bei den herrschenden Temperaturennicht nur die Musikerinnen an. Viele Festivalbesucher verbringen die ersten Abendstunden am oder im See. Die Festbänke vor dem Zelt sind beliebt, die Sonnenschirme noch viel mehr. Die Hitze und Trockenheit ist allgegenwärtig: Ob im Shuttlebus oder bei der Kasse, überall wird auf das Feuerverbot hingewiesen. «Bitte respektiert das Feuerverbot auf dem ganzen Gelände, macht keine Feuer», forderte Sandro Trauffer die Festivalgänger auf.

Am Samstag startet der Konzerttag um 12 Uhr mit den Oberländer Coverband Crazy Mofos,Highlights sind um 19 Uhr der Auftritt von Shakra und um 21 Uhr Coreleoni um die Gotthard-Musiker Leo Leoni und Hena Habegger.Am Sonntag (ab 11.30 Uhr) werden mit Stiller Has, Sandee, Troubas Kater und Heimweh ausschliesslich Schweizer Mundartbands auf der Bühne des Brienzersee Rockfestivals spielen.

www.brienzerseerockfestival.ch

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