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Vor dem Tor die Nase geputzt

BurgdorfMit einem Aufstiegsspiel sowie den Berner Cupfinals erlebt das Neumattstadion diese Woche gleich mehrere wichtige Spiele. Da werden Erinnerungen an die grosse Zeit

Normalerweise spielt der SC Burgdorf vor 100, 200 Zuschauern in der 3.Liga. Diese Woche kam erstmals seit Jahren wieder einmal eine grössere Schar in die Neumatt: 700 Leute unterstützten den Club im Aufstiegsspiel gegen Langenthal II. Sie sahen ein 0:0, das die Langenthaler in die 2.Liga bringt – und für die Burgdorfer bedeutet, dass sie eine weitere Saison in der 3.Liga bleiben. Zeit, um die Köpfe hängen zu lassen, bleibt aber kaum. Denn schon dieses Wochenende finden hier weitere Spiele von besonderem Interesse statt: die Finals des Berner Cups. Es ist dies eine weitere von vielen Episoden, die das Kleinstadion in der Neumatt schon erlebt hat. Zum Beispiel den Cupmatch im Jahr 1963, als Burgdorf die Zürcher Grasshoppers empfing. 5200 Zuschauer sorgten für eine bis heute gültige Rekordkulisse – und 34000 Franken Einnahmen. «Das war eine ungeheure Menge Geld», sagt Ehrenmitglied Peter Bachmann, der damals beim Inkasso half. Er berichtet, wie GC 1:0 in Führung ging und Burgdorf später einen Penalty zugesprochen erhielt. Aussenverteidiger Hene Widmer habe den Ball auf den Elfmeterpunkt gesetzt, dann einen Lumpen aus dem Hosensack genommen und ausgiebig die Nase geschnäuzt, ehe er von der Mittellinie Anlauf nahm und den Ball zum 1:1 in den Maschen versenkte. Auch wenn die Grasshoppers am Schluss 2:1 gewannen, bleibe dieser Tag unvergesslich, sagt Bachmann. Gegen Ottmar Hitzfeld Bereits 1957 traf Burgdorf im Cup auf den FC Basel (2800 Zuschauer) und 1959 auf Servette (4200). Auch die 1.- und 2.-Liga-Derbys gegen Langenthal und Kirchberg zogen in den 70er- und 80er-Jahren regelmässig gegen 2000 Interessierte an. Zum letzten Mal vor grosser Kulisse spielten die Fussballer aus der Emmestadt 1993 im Cup gegen den FC Luzern. Der gleiche Klub war schon 1981 auf der Neumatt – und gewann dank eines Treffers von Ottmar Hitzfeld 1:0. Danach ging das Publikumsinteresse am SC Burgdorf stark zurück. Nicht einmal nach dem Aufstieg in die NLB (1990) erreichte man die 1000er-Marke, erst recht nicht nach den Abstiegen bis hinunter in die 3.Liga. Auch wenn der Wiederaufstieg heuer verpasst wurde – «das Ziel bleibt, in die 2.Liga zurückzukehren», sagt Präsident Roland Dubach. Eine Premiere Zuerst gilt es nun aber, die Berner Cupfinals gut über die Bühne zu bringen. Heute (ab 16 Uhr) und morgen (ab 10 Uhr) treffen in acht Kategorien die je zwei besten Teams des Kantons aufeinander. Zum dritten Mal finden diese Finalspiele an einem zentralen Ort statt, zum ersten Mal in Burgdorf. Auf die Finalisten wartet noch ein weiteres Novum: Als Erste dürfen sie mit dem «Speedcell», dem offiziellen Matchball der Frauen-WM in Deutschland, spielen. Markus Zahno>

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