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Vorbild sein, Hoffnung geben

thunDer Verein Kaluga-Thun, welcher in der russischen Stadt Patenschaften für bedürftige Kinder übernimmt, wird zehn-

Die Geschichte des Vereins Kaluga-Thun, der seinen zehnten Geburtstag feiert (vgl. auch Kasten zur Jubiläums-Hauptversammlung), beginnt lange vor seiner Gründung: Bei einer besonderen Kunstausstellung 1988 in Wiedlisbach, nach Jahren der Abschottung, konnten erstmals einige russische Künstlerinnen und Künstler in der Schweiz ihre Werke zeigen. Dabei lernte der damalige Pfarrer der Thuner Stadtkirche, Andreas Balmer, ein Ehepaar aus Kaluga kennen. Gemeinsam beschlossen sie schliesslich, einen Choraustausch zwischen der russischen Stadt mit 350000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Thun zu organisieren. «1990 reiste der Kammerchor aus Kaluga in die Schweiz», erzählt Andreas Balmer, «und die Thuner Kantorei war 1991 der erste westliche Chor, der in Kaluga auftrat.» Bis heute ist der Chor aus Kaluga regelmässig in der Schweiz und in Thun zu Gast, und da die Chormitglieder jeweils in Gast-familien untergebracht werden, hätten sich trotz der Sprachbarriere zahlreiche russisch-schweizerische Freundschaften ergeben. Im November 2000 gegründet Mit der erfolgten Unterstützung der reformierten Kirchgemeinde Thun-Stadt und Freiwilligen wurden zwischen 1991 und 1996 auch mehrmals Hilfsgüter wie Kleidung und Schulmaterial nach Kaluga gebracht. Als im Jahr 1998 viele Kaluganer monatelang keinen Lohn erhielten, sammelte die Kirchgemeinde über 10000 Franken, um ihnen zu helfen. «Es war und ist sehr aufwendig, die Chorreisen zu organisieren und die Hilfe für Kaluga zu koordinieren», sagt Balmer. Als er 1999 als Pfarrer der Stadtkirche pensioniert worden sei, fielen die Strukturen der Kirchgemeinde weg. «Es war deshalb naheliegend, die Unterstützung für Kaluga durch einen Verein zu organisieren.» Dieser Verein Kaluga-Thun, dessen Präsident Andreas Balmer bis heute ist, wurde am 10.November 2000 mit etwa 30 Mitgliedern gegründet. Er unterstützt auch von Armut betroffene Kinder und Familien und soziale Institutionen. 160 Franken für ein Patenkind «In den Anfängen des Vereins griff der Verein vor allem Pflegefamilien, die Strassenkinder aufgenommen hatten, finanziell unter die Arme», sagt Andreas Balmer. «Diese Hilfe wurde mittlerweile vom Staat übernommen.» Ein kleiner Erfolg in der zehnjährigen Vereinsgeschichte. Heute vermittelt der Verein Patenschaften für Kinder aus besonders armen Familien. Die Listen mit den Bedürftigsten, die mit 160 Franken jährlich unterstützt werden, erhält der Verein vom Sozialamt in Kaluga. Zu wenig Geld in Russland «Dieses möchte gern selber helfen, aber dazu fehlt das Geld», erklärt der Vereinspräsident. Leider öffne sich die Schere zwischen Arm und Reich in Russland immer mehr. Die 120 unterstützten Kinder seien nur ein Bruchteil jener, die Hilfe benötigten. Dennoch ist Balmer überzeugt, dass das Engagement des Vereins in Kaluga Wirkung zeige. «Wir wollen soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft vorleben, diese hat in Russland keine Tradition.» Wichtig sei, dass die Leute nicht von oben herab behandelt würden. «Und nicht zuletzt», sagt Andreas Balmer, «gibt die Unterstützung den Menschen Hoffnung.»Miriam Schild>

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