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Polizisten und Richter haben von Berufs wegen mit Waffengewalt zu tun. Doch wer in diesen Kreisen nach der

Wer im Justizwesen und im Gesetzesvollzug arbeitet, wird früher oder später mit Waffengewalt konfrontiert: Polizisten erleben die Folgen von Suiziden und Familiendramen mit tödlichem Ausgang aus nächster Nähe, Staatsanwälte wollen Verbrecher hinter Gitter bringen und Richter haben die Aufgabe, zwischen Freispruch und Strafe zu entscheiden. Man sollte also meinen, dass diese Berufsgruppen voll hinter der Initiative stünden. Vielleicht tun sie das auch – doch darüber sprechen wollen sie nicht. Da ist zum Beispiel Hermann Jutzi, Chef der Polizei Thun. «In Absprache mit der Medienstelle der Kantonspolizei Bern geben wir zu diesem politischen Themenbereich keine Stellungsnahme ab», beschied er der Redaktion dieser Zeitung auf deren entsprechende Anfrage. Auch auf der Website des Polizeibeamtenverbands Bern-Kanton herrscht bezüglich der Initiative gähnende Leere. «In unserem Verband gibt es sowohl Befürworter der Initiative, als auch Gegner», sagt Präsident Markus Meyer. «Deshalb hat der Vorstand entschieden, dass wir uns nicht dazu äussern.» Eine negative Antwort erhielt diese Zeitung auch beim Regionalgericht Berner Oberland. Es sei heikel, wenn Richter ihre persönliche Meinung äussern, schrieb die geschäftsleitende Gerichtsschreiberin Simone Mühlethaler per Mail. Etwas zur Waffeninitiative zu sagen, ohne die eigene einfliessen zu lassen, sei schwierig. Keiner der Richter sei bereit, über die Initiative «Schutz vor Waffengewalt» zu sprechen. Einige Worte entlocken liess sich bloss der für das Berner Oberland zuständige Staatsanwalt Hans Peter Schürch. Allerdings sprach auch er sich weder für, noch gegen die Initiative aus. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte er aber, welche Auswirkungen eine Annahme des Volksbegehrens haben könnte. «Das Risiko des spontanen Einsatzes von Waffen – gegen die eigene Person oder gegen Dritte – könnte verringert werden, wenn Armeewaffen künftig im Zeughaus deponiert werden müssen.» Ob das Risiko mittel- und langfristig aber ebenfalls sinkt, ist laut Schürch hingegen fraglich. «Geplante Straftaten können nicht verhindert werden. Wer eine Waffe will, kann sich in unserem Land immer eine beschaffen.»mi>

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