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WC-Gülle in Regenschacht gespült

SchwandenDas Vision-Festival vom Wochenende war für das OK ein Erfolg: 6000 Leute pilgerten ans Fest in der Idylle. Doch hinter den Kulissen liefs buchstäblich nicht durchwegs sauber: Gülle aus Toi-Toi-WCs wurde am falschen Ort entsorgt.

Wenn 20 DJs und 10 Live-Bands über 24 Stunden unter freiem Himmel aufspielen, generiert das grosse Lärmemmissionen. Dies bemerkten auch die Einwohner von Schwanden, wo am Wochenende zum zweiten Mal das Vision-Festival – ein populärer Szeneanlass mit ausschliesslich elektronischer Musik – über die Bühne ging. Doch die Bässe, die von Samstag um 14 Uhr bis Sonntag um 14 Uhr über die grünen Hügel wummerten, waren nicht das Problem. Wurde illegal Gülle entsorgt? Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag etwa um zwei Uhr in der Früh einige Zweige des Guntenbachs grün-blaues Wasser führten. In der Nähe des Feuerwehrmagazins Schwanden stand ein Toi-Toi-Wagen, der zuvor Gülle aus den provisorischen WC-Anlagen des Geländes gepumpt hatte. Das Abwasser wurde dort in den Schacht gespült. Bei diesem Reservoir handelt es sich aber nicht um einen Anschluss an die Kanalisation, sondern um einen Schacht, der Frischwasser sammelt, welches dann in den Bach gespiesen wird. Die Kantonspolizei Bern bestätigte gestern diese Recherchen. «Es wurde Abwasser über einen Strassenentwässerungsschacht abgeleitet», sagte Mediensprecher Heinz Pfeuti auf Anfrage. Entsprechende Abklärungen seien seitens der Polizei eingeleitet worden. Ob die Gülle, die mit Chemikalien angereichert ist, illegal entsorgt wurde, ist indes noch nicht bekannt. Sollten aber Widerhandlungen begangen worden sein, werden die verantwortlichen Personen angezeigt, versicherte Kapo-Sprecher Heinz Pfeuti. «Als ich von der Verunreinigung erfahren habe, rechnete ich mit dem schlimmsten», sagt Andreas von Gunten. Er betreibt in seiner Grabenmühle in Sigriswil eine Forellenzucht. Das Wasser aus Schwanden fliesst durch seine Anlage. Er habe aber keinen einzigen toten Fisch gesehen. «Das verunreinigte Wasser wurde genügend verdünnt.» Auch das OK ist über den Zwischenfall informiert. «Wie bereits im Vorjahr haben wir eine spezialisierte Firma mit der Entsorgung des WC-Abwassers beauftragt. Wir gingen davon aus, dass es sachgemäss entsorgt wird», sagte Leila Benaissa, Hauptorganisatorin des Vision-Festivals. Umso erstaunter sei sie dann über die schlechte Nachricht gewesen. Derzeit sei noch in Abklärung, warum der Unrat falsch entsorgt wurde. «Die verantwortliche Firma ist im Gespräch mit der Gemeinde. Das Unternehmen wird eine Putz-Equipe stellen, die die Verschmutzungen reinigt», sagte Leila Benaissa. Madeleine Amstutz, Vize-Gemeinderatspräsidentin Sigriswil, bestätigte dies. So, wie es momentan aussehe, sei der Schaden gering. Dino Dal Farra/rop >

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