Wegen Kinderpornografie verurteilt

Ein Mann hatte jahrelang kinderpornografisches Material heruntergeladen und versandt.Das trug ihm hohe Geldstrafen und Bussen ein.

Der Mann hatte unzählige pornografische Dateien und Filme über das Internet heruntergeladen.

Der Mann hatte unzählige pornografische Dateien und Filme über das Internet heruntergeladen.

(Bild: iStock/Symbolbild)

Die Anklageschrift der regionalen Staatsanwaltschaft ist beeindruckend. Einem 45-Jährigen aus dem Berner Oberland werden nicht weniger als 29 strafbare Tathandlungen zur Last gelegt. Bei näherem Hinsehen zeigt es sich, dass 28 davon Pornografie und die letzte eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffen.

In der Zeit vom November 2011 bis zum Juli 2017, dem Zeitpunkt der Hausdurchsuchung, hatte der Mann unzählige Dateien und Filme über das Internet heruntergeladen. Deren Inhalt bestand aus pornografischen Bildern, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen und sexuelle Handlungen mit Tieren zeigten.

Durch Konsum, Beschaffung, Herstellung, Besitz und Zugänglichmachen auch für Personen unter 16 Jahren dieses Materials machte sich der Angeklagte der Pornografie schuldig. Zudem konnte ihm der Besitz von circa 36 Gramm Hanfblüten zum Eigenkonsum nachgewiesen werden.

Tätigkeitsverbot gefordert

Am Mittwoch stand der Beschuldigte vor dem Regionalgericht Oberland in Thun. Die Staatsanwältin verzichtete auf eine Teilnahme an der Verhandlung. Sie hatte ihre Anträge schriftlich formuliert. Sie forderte eine bedingte Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 90 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren, eine unbedingte Verbindungsbusse von 50 Tagessätzen zu je 90 Franken, eine Busse von 100 Franken sowie die Bezahlung der Verfahrenskosten.

Ausserdem sollte dem Beschuldigten für die Dauer von zehn Jahren jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Kindern aufweist, untersagt werden (Tätigkeitsverbot).

Trotz der umfangreichen Anklageschrift gab es nur eine kurze Verhandlung. Der Beschuldigte, der keine Vorstrafen aufweist, bestätigte die seinerzeit bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft gemachten Aussagen.

«Ich weiss, dass das, was ich gemacht habe, verboten ist», gab er bei der Befragung durch Gerichtspräsident Jürg Santschi zu Protokoll. Er habe versucht, die heruntergeladenen Bilder und Filme wieder zu löschen. Weil es sein erster Laptop gewesen sei, sei ihm dies nicht gelungen. Auf einen ihm zustehenden Pflichtverteidiger hatte er verzichtet. Er stellte keine Beweisanträge und verlangte auch keine mildere Strafe.

Knapp an Gefängnis vorbei

Der Einzelrichter folgte weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Er sprach den Mann, soweit die Handlungen nicht verjährt waren, schuldig im Sinne der Anklage. Einzig bei den Geldstrafen ging er darüber hinaus. «Die Weitergabe von pornografischem Material an Kinder läge im Bereich einer Freiheitsstrafe», begründete er.

Der Beschuldigte wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 100 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren, zu einer Verbindungsbusse von 5000 Franken und zu einer Übertretungsbusse von 100 Franken verurteilt.

Ausserdem wurden ihm ein zehnjähriges Tätigkeitsverbot und Verfahrenskosten von 3233 Franken auferlegt. Wird keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt, reduzieren sich diese um 500 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann innert 10 Tagen angefochten werden.

Berner Oberländer

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