Zum Hauptinhalt springen

Weiter gewachsen in der Krise

1109 Mitglieder der

«Wachstum ist mittlerweile schon Routine geworden», zitierte Verwaltungsratspräsident Josef Erni am Freitag aus dem Protokoll der letzten Generalversammlung der Raiffeisenbank Jungfrau. Im Krisenjahr 2009 war die Bank nicht aus dieser Routine ausgebrochen, sondern noch stärker gewachsen. Die Kundengelder stiegen gegenüber 2008 um 11,9 Prozent auf 445 Millionen Franken. Im Hypothekargeschäft, in dem Raiffeisen traditionell stark ist, wurde gar ein «historisches Rekordwachstum» von 12,2 Prozent erreicht; die Hypothekarausleihungen beliefen sich Ende Jahr auf 673,7 Millionen Franken. Hohe Leistung, gutes Klima Selbst der Zinserfolg nahm trotz sinkender Zinsmarge zu. Aber nach dem Rückgang in Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft lag der Bruttogewinn mit 3,9 Millionen Franken 6,1 Prozent unter dem Vorjahr. «Wir haben mehr gearbeitet für weniger Geld», sagte Guido Guéleux, der bis zu seiner Pensionierung am 1.März 2010 Vorsitzender der Geschäftsleitung war. Die 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten nicht nur viel, sondern sind dabei auch zufrieden, was minimale Personalfluktuationen seit Jahren belegen. Das Gleiche gilt für die Kunden: Von den 915 Personen, die sich an der letzten Umfrage beteiligten, gaben 910 an, sie würden die Bank weiterempfehlen. Tatsächlich nahm die Mitgliederzahl 2009 um 648 auf 8854 zu – damit die 1109 Mitglieder, die an GV teilnahmen, auch alle Platz hatten, fand der Anlass im neuen Kongresssaal Interlaken statt. «Kundennähe und Genossenschaftsgedanke sind die Stärken von Raiffeisen», sagte Pierin Vincenz, CEO von Raiffeisen Schweiz. Der Raiffeisenbank Jungfrau gratulierte er zu ihrem ausserordentlichem Erfolg. «Seit 1998, als die Fusion der Raiffeisenbanken auf dem Bödeli begann und Guido Guéleux die Leitung übernahm, hat sich die Mitgliederzahl versechsfacht», sagte Josef Erni. «Und die Bilanzsumme ist mit 743 Millionen heute siebeneinhalb mal höher.» Neubau geplant Wegen des unerwartet schnellen Wachstums platzt der Hauptsitz in Interlaken, mit dem man damals für die nächsten drei Jahrzehnte ausgesorgt zu haben glaubte, heute aus allen Nähten. Deshalb plant die Bank nun zusammen mit der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus, der Eigentümerin der Schweizer Jugendherbergen, und der von Allmen Architekten AG, die das Projekt entwickelt und das Vorkaufsrecht für das Land hat, gegenüber ihrem heutigen Sitz am Ostbahnhof einen Neubau. Der kleinere Teil ist für die Bank gedacht, der grössere als «Youth Palace» mit 200 Betten. Läuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten dieses Jahr und werden 2012 abgeschlossen. Pensioniert für 2 Monate An solchen Entscheiden hat der neue Vorsitzende der Geschäftsleitung, Bernhard Nufer, in letzten beiden Jahren schon in der Geschäftsleitung mitgearbeitet. Nachdem Nufer das neue Amt am 1.März 2010 angetreten hatte, nutzte sein Vorgänger am Freitag den feierlichen Rahmen, um ihm auch symbolisch das Steuerruder und den grossen Bankschlüssel zu überreichen. Guido Guéleux’ Pensioniertenleben ohne Raiffeisenbank Jungfrau ging nach zwei Monaten schon wieder zu Ende, wurde er doch von der Versammlung einstimmig in den Verwaltungsrat gewählt. Nach sieben respektive zehn Jahren im Verwaltungsrat demissionierten André Dähler und Rolf Zaugg. Der Präsident und 4 bisherige Mitglieder des Verwaltungsrats wurden einstimmig bestätigt. Sibylle Hunziker >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch