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Welche Angebote wollen die Jungen in Zukunft?

WorbWas ist die Aufgabe der Kinder- und Jugendarbeit? Und was gehört nicht dazu? Die Gemeinde will diese Fragen bis Ende Jahr klären. Bereits im Frühling soll deshalb eine breit durchgeführte Umfrage bei Jugendlichen und

Die Kinder- und Jugendarbeit von Worb (KJWO) will noch in diesem Jahr die Weichen für die Zukunft stellen. Weil per 2012 der Kanton Bern die Kinder- und Jugendarbeit neu mit einer eigenen Verordnung regelt, muss auch der Worber Trägerverein (TJWO) seine künftige Rolle überdenken. Der Kanton hat für die Jugendarbeit der Berner Gemeinden folgende Ziele definiert: Förderung von Integration, Sozialisation sowie Mitwirkung und Partizipation, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Förderung von kinder- und jugendgerechten Rahmenbedingungen. «Worb muss jetzt erst einmal abklären, in welchem der vielen Bereiche die Bedürfnisse liegen», sagt Jonathan Gimmel, der Präsident des Trägervereins. Dabei gelte es auch, zu klären, was im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit die Aufgaben von Eltern, Schulen, Ortsvereinen, Kirche und von weiteren Organisationen seien. Startschuss gefallen Um die Bedürfnisse der Worber Kinder und Jugendlichen zu erfahren, hat der Trägerverein verschiedene Massnahmen und Aktionen geplant. In moderierten Gruppendiskussionen sollen die Jugendlichen nach ihren Vorstellungen und Wünschen befragt werden. Bis im Frühling sollen auch die Bedürfnisse der Eltern ergründet werden. Am neuen Konzept werden sich Fachleute aus der Wissenschaft, Schlüsselpersonen, Vertreter der Sozialbehörde und der Politik beteiligen. Gemäss Gimmel werden die verschiedenen Gruppen in den nächsten Wochen zusammengestellt. Jugendarbeit in der Kritik Das Interesse an der Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit von Worb scheint gross zu sein. So hat FDP-Parlamentarier Guy Lanfranconi die Jugendarbeit von sich aus unter die Lupe genommen. In seinem 26 Seiten dicken Bericht vergleicht er die Worber Jugendarbeit mit jener von Münchenbuchsee. Darin hält er fest, dass sich seine Gemeinde die Jugendarbeit jährlich zwar über 300000 Franken kosten lasse, jedoch für das Geld wenig geboten werde. «Unsere Jugendarbeit muss sich neu ausrichten», fordert Lanfranconi. In Worb werde zu viel Energie in Beratungen oder in Präventionsveranstaltungen gesteckt. Die Freizeitgestaltung, das traditionelle Kerngeschäft, sei in den Hintergrund gerückt. Gemäss Lanfranconis Bericht erreicht Münchenbuchsee durch Aktivitäten und Animationen wesentlich mehr junge Menschen, als Worb mit seinen Beratungsangeboten. Weiter ortet Lanfranconi verschiedene Doppelspurigkeiten. Die Jugendarbeit Worb widme sich zahlreichen Themen, die Teil des Lehrplans an der Schule seien und bereits durch die Schulsozialarbeit abgedeckt würden. Zu diesen Themen gehörten beispielsweise Suchtverhalten, Budget oder Ernährung. Nicht vergleichbar «Lanfranconi rennt mit seinem Bericht bei uns offene Türen ein», sagt Trägervereinspräsident Jonathan Gimmel. Der Bericht leiste einen «wertvollen Beitrag» zur Neukonzeptionierung. «Uns kann nichts Besseres passieren, als dass sich weite politische Kreise mit unserer täglichen Arbeit intensiv auseinandersetzen», so Gimmel. Auf die einzelnen Kritikpunkte von Lanfranconi will der Präsident nicht eingehen, um den bevorstehenden Projektarbeiten nicht vorzugreifen. Er gibt jedoch zu bedenken, dass der Bericht nur einen kleinen Teil der Jugendarbeit im Kanton Bern abbilde und Worb vor diesem Hintergrund nur bedingt mit Münchenbuchsee vergleichbar sei. Gimmel: «Jede Gemeinde muss entsprechend ihren Bedürfnissen für ideale Aufwachsbedingungen sorgen.» Christian Liechti>

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