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Weltweit auf Tuchfühlung

«125 Years Young», unter diesem Titel steht das Jubiläum des weltweit erfolgreichen Langenthaler Familienunternehmens Création Baumann.

260 Mitarbeiter – 200 davon in Langenthal –, in 40 Ländern präsent, 9 Tochtergesellschaften im Ausland, ein Sortiment mit 6000 Artikeln, ein eigenes Designatelier und eine eigene Produktion in Langenthal, rund 54 Millionen Franken Umsatz: Das ist Création Baumann. Die Firma ist im alleinigen Besitz von Philippe Baumann, der das Unternehmen seit dem Jahr 2000 leitet. An der Jubiläumsfeier und Buchvernissage am Donnerstagabend stellte der frühere CEO Jörg Baumann die vielen wichtigen oder teils gar dramatischen Momente der Firmengeschichte humorvoll dar. Mit der nötigen Distanz könne man sogar Wirtschaftskrisen und Dollarsturz etwas Gutes abgewinnen. Solche Ereignisse hätten die Firma immer auch zu Innovationen gezwungen und vorangetrieben. Seine Kurzgeschichten im Buch «Alles verwoben» vermitteln weitere interessante Einblicke. Philippe Baumann erklärte bei der Begrüssung der vielen Gäste, man komme gerade aus einer weiteren Krise. Da könne man gute Kontakte zu Freunden, Kunden und Behörden brauchen. Und an seinen Vater gewandt, meinte er lachend, ihn könne nichts mehr erschüttern: «Vater sagt immer, das war alles schon da, und damals wars noch viel schlimmer.» Eine Kaderschmiede Die extravaganten Langenthaler Textilien zur Innenraumgestaltung findet man im British Museum, im Paul-Klee-Museum, im Hotel de Paris in Monte Carlo oder im Vatikan, aber auch in Showrooms in New York, Paris, Tokio oder London. Das Langenthaler Unternehmen setzt auf langfristigen Erfolg und deshalb auch auf eine nachhaltige Entwicklung. Viele Künstler und kreative Köpfe konnten im Lauf der Jahre für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Gleichzeitig entwickelte sich das Unternehmen zu einer Kaderschmiede: Jörg Baumann politisierte selber im Stadt- und im Gemeinderat. Enrico Casanovas oder Markus Dübendorfer sind nur zwei von mehreren erfolgreichen Mitarbeitern Baumanns. Das Geschäftsjahr 2010 musste Création Baumann mit einem Umsatzminus von 1,7 Prozent abschliessen. Das sei besonders schmerzhaft, weil das Unternehmen in der Krise der letzten zwei Jahre operativ bereits fit getrimmt worden sei, so Philippe Baumann. Eigentlich sei das letzte Jahr ein gutes gewesen, aber der Euro-Krise könne man höchstens mit vermehrten Einkäufen im Ausland trotzen. Designstadt Langenthal? Absolut positiv sei dagegen der Designers’ Saturday verlaufen: 14000 Personen hätten die Création Baumann besucht. Dass Langenthal nun zur Schweizer Designmetropole werden könnte, glaubt er trotzdem nicht so recht. «Solothurn hat die Film- und Literaturtage, aber es ist trotzdem keine Film- oder Literaturstadt.» Es sei Sache der Stadt, über so ein Label nachzudenken, und Langenthal sei so oder so attraktiv für Zuzüger. «Man kann auch stolz sein auf die schönste und beste Durchschnittsstadt.» Robert Grogg>

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