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Wenn der Puls vor Freude bis in den Kopf steigt

Die Musikgesellschaft Schüpbach übt zurzeit für ihren grossen Auftritt am Eidgenössischen Musikfest in St.Gallen. Dabei werden sich über 520 nationale Musikgesellschaften an zwei Wochenenden im friedlichen Wettstreit messen.

Eine grosse Sache wird das Musikfest in St.Gallen, das vom 17. bis am 19. und vom 24. bis am 26.Juni stattfindet, auf jeden Fall. Ja, sogar das grösste Blasmusikfest der Welt, wenn man es genau nehmen will. Dafür sprechen auch die Zahlen: Über 520 Musikgesellschaften aus jeder Region der Schweiz geben sich insgesamt ein Stelldichein – rund 20000 Personen, die ihre Musik an diesen zwei Wochenenden darbieten. Das 80-köpfige Organisationskomitee wird von über 3000 Hilfspersonen und 150 Experten unterstützt. Auch nationale Musikgrössen wie Endo Anaconda, Sina, Oesch’s die Dritten, Fabienne Louves, Michael von der Heide, Maja Brunner oder Pepe Lienhard werden während der zwei Wochenenden auf den verschiedenen Bühnen zu sehen sein. Voller Vorfreude Mitten auf dem gigantischen Festgelände wird man am zweiten Wochenende auch die Musikgesellschaft Schüpbach antreffen. Dass das Musikfest in St.Gallen für die Musikanten aus Schüpbach ein absolutes Highlight darstellt, versteht sich von selbst. Präsident Heinz Stettler und Dirigent Andreas Moser sind jedenfalls voller Vorfreude und Tatendrang. Für einen Dorfverein sei das eine recht grosse Herausforderung, sagt Heinz Stettler. Und weiter: «Zurzeit proben wir zweimal die Woche statt einmal. Und im Mai hatten wir zudem ein intensives Probewochenende.» Trotz vieler zusätzlicher Probestunden steht aber für die Musikgesellschaft vor allem die Teilnahme und die Freude am Fest im Vordergrund. Trotzdem – einen guten Rang wollen die Schüpbacher natürlich erreichen. Dabei gibt der Dirigent Andreas Moser auch gleich ein Ziel bekannt: «Wir möchten uns im ersten Drittel der 3.Stärkeklasse Harmonie klassieren.» Obwohl das Niveau dort sehr hoch und die Konkurrenz stark sei, wie er schmunzelnd hinzufügt. Nicht immer nur proben Die Musikgesellschaft Schüpbach, die bereits im Jahr 1880 gegründet wurde, nimmt dieses Jahr zum fünften Mal am Eidgenössischen Musikfest teil. Doch wie kommt der Beschluss, sich dieser Herausforderung zu stellen, zustande? «Das war ein Beschluss der Hauptversammlung», erklärt Heinz Stettler. Es sei interessant, sich mit anderen Gesellschaften zu messen; zudem bekomme man für die vielen Probestunden einen ideellen Gegenwert. Man wolle ja nicht immer nur proben, sondern den Leuten auch etwas bieten, betont der Präsident. Die Schüpbacher präsentieren ihr Können mit drei verschiedenen Aufgaben. Diese bestehen in einem Selbstwahlstück und einem Aufgabestück, die der Jury in einem Konzertsaal vorgespielt werden. Die dritte und wohl publikumsträchtigste Art, eine blasmusikalische Darbietung vorzuführen, ist das Parademusikstück, denn dazu wird auch marschiert. Präsident Heinz Stettler ist schon jetzt ein wenig aufgeregt. «Die Darbietung der Parademusik ist ein unvorstellbares Gefühl. Man steht mitten in St.Gallen auf der Strasse und beginnt durch die Gassen, die von Tausenden von Zuschauern gesäumt sind, zu marschieren. Da spürt man den Puls bis in den Kopf.» Für dieses Ereignis haben die Musiker immer wieder auf den Strassen von Schüpbach geübt. Achtmal waren sie in diesem Jahr bereits auf der Hauptstrasse anzutreffen. «Dabei darf es nicht regnen, da sonst die Musikinstrumente vom Regen beschädigt werden», erläutert Heinz Stettler. Kommen und Gehen Da die Musiker wie gesagt an zwei Tagen das Fest besuchen werden, übernachten sie gleich vor Ort im Eissportzentrum in Romanshorn. Insgesamt reisen sie mit 42 Leuten nach St.Gallen, darunter auch drei Ehrendamen, der Fähnrich und der Dirigent. Fünf Leute werden für dieses Fest pausieren. Doch trotz allen Vorbereitungen für den grossen Anlass – die Musikanten treten auch noch an etlichen anderen Festen und Veranstaltungen auf, so zum Beispiel am Emmentalischen Musiktag in Grünenmatt, der eben erst stattgefunden hat. Aber auch Frühlings- und Adventskonzerte gehören zum Jahresprogramm. Und nächstes Wochenende wird die Musikgesellschaft die Jodler aus Schüpbach empfangen, die vom Eidgenössischen Jodlerfest aus Interlaken zurückkehren werden. «Die Jodler kommen vom ‹Eidgenössischen› zurück, und wir gehen eine Woche später auch ans ‹Eidgenössische›, einfach in einer anderen Kategorie», sagt Heinz Stettler. In Schüpbach herrscht derzeit ein wahrhaft eidgenössischer Betrieb. Manuel TrummerEidgenössisches Musikfest in St.Gallen, 17. bis 19. und 24. bis 26.Juni, www. emf2011.ch. >

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