Wenn ds Vogellisi popsoulig träumt

Adelboden

Ein Traum-Line-up am 10. Vogellisi-Festival unter dem Birg: Zu den 13 Bands, die im Festzelt spielten, gehörten Legenden wie Züri West und Lovebugs, aber auch Aufsteiger.

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«Wen i nume wüsst, wo ds Vogellisi wär?» Die Ortsangabe fürs Festival lautete «Unter dem Birg». Drei junge Männer unterhielten sich nach Feierabend am Rand der Kantonsstrasse. «Im Kreisel nach links und dann immer weiter», erklärt einer. Das Strässchen führt durch einen Wandertraum: Wiesen, Wald und Auen. Silbrige Momente gibts von der Engstligen. Sie soll nach der keltischen Flussgöttin Andekingila benannt sein.

Andi Allenbach als Opener

Die Talstation der Engstligenalpbahn ist eingerahmt von Festzelten. Das Musikzelt hat ein Tonnendach, unter der Decke drehen Ventilatoren. Erster Act am Festival ist die Band ND Turn. Sänger und Gitarrist Andi Allenbach freut sich, dass er als Opener wirken durfte. Er stammt aus dem Dorf und kam oft in die Ferien. Er und seine Gitarre sind seit jeher ein Team; er hat bei Seven gespielt. Jetzt will er es mit eigener Band und selber komponierten Songs, Stil Funk/R & B/Soul, wissen. Und hat den Traum, auf grossen Festivalbühnen zu stehen.

Ob es sich Matthias Aellig als 17-Jähriger erträumt hätte, dass 2017 das 10. Vogellisi-Festival zu einem Erfolg mit rund 3000 Besuchern werden würde? Er hat es vor 17 Jahren mit Kollegen gegründet, als Nachfolger des ­Chali-Rock-Fests, an dem er als Kind dabei war. «Dass wir uns später für einen Zweijahresturnus entschieden haben, hat das Festival gerettet», sagt er.

Es ist so leichter, motivierte Helfer und engagierte Sponsoren zu finden. «Ganz Adelboden setzt sich für das Festival ein», sagt OK-Mitglied Miriam Burn. Der lange Weg bis unter dem Birg sei vielleicht ein Nachteil, findet Aellig, dafür sei der Festivalort unter der Engstligenalp doch etwas Besonderes, und die Bands seien gern hier.

Mitreissender Thuner Auftritt

«Fighting in the Moonlight», sang die Thuner Band The Souls. Es war ein mitreissender Auftritt mit vielen Gitarrenvarianten und starken Stimmen. Apropos Mondschein: Das Vogellisi-Festival blieb von Gewitterregen weitgehend verschont. Die Nacht war für die Trubas Kater (mit Rapper QC und dem ehemaligen Plüsch-Schlagzeuger Alexander Balajew) wie geschaffen: «Ig u mini schwarze Schääfli verbringe Nächt duss im Vollmond u hüüle zäme mit de Wölf in Vollmontur», sangen sie.

«Wie hat dir das musikalische Programm gefallen?», lässt das Festival-OK jetzt auf seiner Website fragen. Das dürfte gar nicht so summarisch zu beantworten sein, denn es bot Varianten: von Marc Amacher (Chubby Buddy) bis zu den spielfreudigen Stars, von Züri West mit den neuen schlimmen Liebesgeschichten von Kuno Lauener, von Schmidi Schmidhausers Salsa Combo Chica Torpedo bis zu Chlyklass. Dazwischen Hecht, die in Luzerner Seetaler Dialekt sangen: «Mir sind am tanze, tanze, tanze, ­tanze».

Berner Oberländer

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