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Wenn ein Trio zur Einheit wird

Das Morgenstern-Trio spielte an den Sommets Musicaux de Gstaad Werke von Beethoven und Smetana.

Kraftvoll begann am Festival Sommets Musicaux in Gstaad das Klaviertrio Nr. 3 op.1 in c-Moll von Ludwig van Beethoven. Die jungen Musiker des Morgenstern-Trios spielten in der Kapelle Gstaad vor rund 70 Zuhörern. Wenig später war die Musik mit romantischen Klängen durchsetzt. Graziös schwebten die Hände der Pianistin Catherine Klipfel über die Tasten. Verspielt zupften Violinist Stefan Hempel und Cellist Emanuel Wehse die Saiten. Die Künstler verbanden ausdrucksvoll kraftvolle, dynamische Sequenzen mit sanften Passagen. Dabei verzichten sie nicht auf Kontraste. Doch sie beherrschten die Kunst des Zusammenspiels, ohne dominieren zu müssen. Musik spendet Trost Die klagende Violine in Smetanas Klaviertrio g-Moll op. 15 ging zu Herzen. Der Komponist schrieb das Werk anlässlich des Todes seiner Tochter. Dem Violinisten gelang es, die schrillen Klänge trotz allem noch ertragbar zu interpretieren. Tröstend gaben das Cello und das Klavier Antwort. Die Ruhe und Rastlosigkeit des Verzweifelten kam im 1.Satz immer heftiger zum Ausdruck. Gefühlsvoll entstand im 2.Satz ein instrumentaler Dialog. Im 3.Satz schienen alle drei Instrumente Trost gefunden zu haben. Auf den Zuhörer wirkte dieses Werk technisch schwieriger. Doch die Musiker sind sich einig, dass für sie Beethoven in Bezug auf das geistige Zusammenspiel anspruchsvoller sei. Als Zugabe auf den verdienten Applaus ertönte das Klaviertrio I von Felix Mendelssohn. Aufsteigende Sterne Zum zweiten Mal war das Morgenstern-Trio am Festival zu Gast. Die Mitglieder sind um die 30 Jahre alt und gehören zu den viel versprechenden jungen Talenten. «An einem Festival dazuzugehören, an dem so viele grosse Musiker auftreten, freut uns sehr», sagte Catharine Klipfel. Neu dabei im Kammermusik- trio ist seit letztem Sommer der Violinist Stefan Hempel aus Berlin. «Mich faszinieren bei der Kammermusik das Soziale, das Kommunikative und die Literatur», sagte er. Er findet, die schönsten Werke seien für die Kammermusik komponiert worden. In der neuen Formation gewann das Trio in den USA bereits einen bedeutenden Preis. In der kommenden Saison debütieren die drei Musiker als «Rising Stars» in den wichtigsten Sälen der europäischen Musikzentren. Susi Heiniger >

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