Zum Hauptinhalt springen

«Wer Angst hat, sollte gar nicht erst in einen Oldtimer einsteigen»

St.stephan/GadmenEr ist kein Pilot: Trotzdem fliegt der Gadmer Alex Schläppi

Hat es um Alex Schläppi Flugzeuge, vergisst er seine Umwelt. So ist er auf dem Flugplatz St.Stephan denn auch so sehr mit der Installation einer Bordkamera beschäftigt, dass er darob, hätte man ihn nicht daran erinnert, das Gespräch mit der Journalistin glatt verschwitzt hätte. «Beim Anblick solcher Flieger vergesse ich alles», sagt der Gadmer verschmitzt und erzählt davon, dass er eigentlich gerne Pilot geworden wäre. «Doch als ich meine Leidenschaft für die Aviatik entdeckte, war es für eine Karriere als Pilot längst zu spät.» Dies, obwohl Schläppi schon als Kind regelmässig den Fliegern auf dem Flugplatz Meiringen-Unterbach hinterherblickte. Damals sei das Schweizer Militär noch Flugzeuge vom Typ Vampire, Venom und Hunter geflogen, sagt der Fan wehmütig. Diese Zeiten seien endgültig vorbei und mit solchen ehemaligen Kampfflugzeugen die Lüfte zu erkunden, eine Rarität geworden. Heute bedarf es grossen Aufwandes, die Flieger aus den 1940er - und 1950-er Jahren flugfähig zu halten, auch weil es nicht mehr viele Mechaniker gibt, die sich mit der Technik dieser Flugdinosaurier auskennen. Genau darum will Alex Schläppi noch so oft mitfliegen wie möglich. Dies auch, wenn er dafür grösstenteils auf Ferien verzichten muss, denn fliegen auf solchen Antiquitäten ist teuer: Für einen dreissigminütigen Flug heute Freitag in einem Vampire hat der 58-Jährige 3900 Franken bezahlt. Keinen Rappen davon bereut er: «Fliegen ist eine Sucht, ein Virus, das man nie wieder los wird.» So pilgert er dann auch jahrein, jahraus an die verschiedensten Flugfeste in der ganzen Schweiz – jenes auf dem Flugplatz St.Stephan, der nächstes Jahr seinen 70.Geburtstag feiert, hat er seit Jahren nicht verpasst (siehe auch Kasten). Loopings machen ihm nichts Seinen ersten Flug machte Alex Schläppi anlässlich des Flugplatzfestes in St.Stephan im Jahr 2003. Er erinnert sich: «Damals hat der Speaker ausgerufen, dass es noch freie Plätze habe für einen Vampire-Flug. Da habe ich mich spontan gemeldet und mir einen lang gehegten Traum erfüllt.» Seitdem ist der Strassenmeister sechsmal in einem Vampire-Trainer und zweimal in einem Hunter mitgeflogen. Heute fliegt er das neunte Mal mit – diesmal in einem Vampire-Doppelsitzer, auf dem früher Piloten ausgebildet wurden. Dass jeder Flug auch ein Risiko in sich birgt, bereitet dem Fliegerfan nicht das geringste Kopfzerbrechen. «Wer Angst hat, braucht gar nicht erst einzusteigen.» Er liebt es, wenn die Flieger Loopings und Rollen fliegen und er die Erde unter sich drehen sieht. Auch mit den Geschwindigkeiten von 600 bis 700 Kilometer pro Stunde, zum Beispiel bei einem Flug über die Piste, hat er keine Probleme. «Der Druck auf den Körper ist in einem solchen Objekt fünf- bis sechsmal höher als in einem normalen Passagierflugzeug», sagt Schläppi. Körperlich fit müsse man demnach schon sein. Auf einem Flug dürfe er dann das Steuer auch mal selber in die Hand nehmen. Flug zurück in die Heimat In den dreissig Minuten Flugzeit will Alex Schläppi jeweils seine Heimat, das östliche Berner Oberland, sehen. Meist möchte er auf seiner Route ins Haslital fliegen, von oben den Sustenpass sehen und ins Wallis gelangen. «Das Matterhorn von oben zu sehen, das ist schon fantastisch», sagt Schläppi. Viele glaubten, man würde doch gar nicht viel sehen durch die kleine Scheibe, welche Hunter und Vampire hätten. «Das täuscht, man sieht extrem viel – vor allem wenn der Flieger sich um 180 Grad dreht», sagt er und grinst schelmisch. Wenn die Welt kopfsteht, so ist das für den Gadmer Alex Schläppi Genuss in Reinform Sarah McGrath-Fogal >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch