Widerstand gegen Hotelprojekt im Grund

Grindelwald

Für die Stiftung Archicultura ist das geplante Hotel zu gross und passt nicht ins Ortsbild.

So schwebte der Baulink AG der Hotelneubau vor.<br> (Screenshot <a href="https://www.baulink.ch/aves-modernes-hotelkonzept-in-grindelwald-baulink-ag/" target="_blank">Baulink.ch</a>)

So schwebte der Baulink AG der Hotelneubau vor.
(Screenshot Baulink.ch)

Ein Budgethotel mit 240 Zimmern beim Bahnhof Grund? Eine gewisse Skepsis bei Teilen der Bevölkerung war bereits bei der Informationsveranstaltung Anfang Juni zu spüren, als Vertreter der Gemeinde und der Auftraggeber die Pläne für das Grossprojekt vorstellten. Im Zuge der nun abgelaufenen Mitwirkung zur Überbauungsordnung mit Zonenplanänderung ist der Widerstand gegen den Hotelneubau der Baulink AG nun konkret geworden.

Archicultura, die Stiftung für Orts- und Landschaftsbildpflege, kritisiert bei seinen Eingaben zum Projekt in erster Linie die Dimensionen des Gebäudes. Vorgesehen ist ein lang gezogenes Hotel parallel zur Station der Wengernalpbahn. Der Hauptbau ist 17 Meter hoch, mit vier Obergeschossen und wegen des Hochwasserschutzes einer Art Hochparterre mit Restaurant, Läden und Wohninseln.

Neues Verfahren gefordert

«Der überaus lange (mehr als 100 Meter) und hohe Baukörper mit fünf Vollgeschossen nimmt auf das Landschaftsbild sowie die bestehenden Bauten in der Umgebung ungenügend Rücksicht», heisst es im Bericht der Archicultura. «Eine Variante mit mehreren kleineren Volumen würde das geschützte Landschaftselement Hangkante weniger beeinträchtigen», so der Bericht.

Die Stiftung kritisiert aber auch das Projektentwicklungsverfahren: «Mit Blick auf die wichtigen Gestaltungsvorgaben, auf das Orts- und Landschaftsbild und auf die involvierten öffentlichen Interessen kann es nicht angehen, aus betriebswirtschaftlichen und finanziellen Überlegungen des Investors eine Variante zu wählen, die sich nicht befriedigend in die Berglandschaft und in das Orts- und Landschaftsbild einordnet.» Die Stiftung regt deshalb an, die Planungsvorlagen zurückzuweisen und den Planungsprozess unter Einbezug von Bevölkerung und Nachbarschaft neu aufzugleisen.

Berner Oberländer

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