Zum Hauptinhalt springen

Wie Burgdorfer Unternehmer das YB-Schiff steuern würden

Als Stargast des 2.Burgdorfer Wirtschaftsapéros sprach Stefan Niedermaier gestern Abend über seine Erfahrungen als Chef der Stade de Suisse AG und von YB. Wie würden lokale Wirtschaftsexponenten einen Fussballklub führen?

«Warum auch nicht?»: Einige der 300 Burgdorfer Unternehmerinnen und Unternehmer, die der Einladung der Stadt zum zweiten Wirtschaftsapéro in der Markthalle folgten, würden sich zutrauen, einem Fussballklub wie YB vorzustehen – solange sich die Frage nur hypothetisch stellt. Bevor Stefan Niedermaier, der Chef von YB und des Stade de Suisse, im Gespräch mit DRS-Redaktor Beat Soltermann über sein Leben in der gelb-schwarzen Welt sprach, machten sich Gäste Gedanken darüber, wie sie einen Verein dieser Grösse führen könnten. Fritz Rüfenacht würde den Klub leiten «wie jede andere Firma auch». Wichtig sei, sich von Anfang an mit fähigen Leuten zu umgeben – nicht nur, was die Spieler betrifft, sondern auch im Kader. «Um die personellen Entscheide, die Finanzen und das Networking müssten sich absolute Fachleute kümmern.» Auch Heinrich Tschanz sähe «grundsätzlich» kein unlösbares Problem darin, einen Verein wie die Young Boys zu leiten. «Ich denke, dass sich diese Aufgabe vom Führungstechnischen her nicht gross vom Management einer ‹normalen› Firma unterscheidet.» Die Differenz liege wohl in einem nicht messbaren, aber auch nicht zu unterschätzenden Faktor: «Ein Sportklub weckt Emotionen, die ein anderer Betrieb nie auslöst.» Monika Jutzi würde bei ihren Entscheidungen als CEO von YB primär daran denken, dass sich unzählige Menschen mit dem Verein identifizieren, sich überschwänglich mit ihm freuen oder – wie am Sonntag – zu Tode betrübt mit ihm leiden. «Mit rationalem Denken wie in einem unserer KMU käme man vermutlich nicht weit.» «Ich würde YB wie ein beliebiges anderes Unternehmen führen», sagt Othmar Schär. Als Einzelkämpfer sähe er sich auf keinen Fall: «Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet das Team.» Rita Hofmann denkt «eher nicht», dass sie die erste Wahl für den Chefposten bei YB wäre. «Aber wer weiss: Wenn sich die Chance bieten würde, könnte ich es ja probieren.» Letztlich komme es auf die Führungsqualitäten an. Und die habe man – oder eben nicht. Stefan Niedermaier sagte drei Tage nach dem titelentscheidenden Match gegen den FC Basel, er habe sich von dem Tiefschlag erholt: «Ich sagte den Leuten nach dem Spiel: ‹Jetzt dürft ihr gränne. Aber morgen um acht geht es wieder weiter.›» Er selber habe sich Tränen verkniffen: «Einer muss ja vorangehen und in die Zukunft schauen». Abgesehen davon: «Die echten Sieger lernt man in der Niederlage kennen.» Sie würden sich auch dann melden, «wenn es einmal nicht so gut läuft». Sie wisse, dass es auch manchen Apérogästen wirtschaftlich nicht mehr so gut laufe, sagte Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch. Umso dankbarer sei sie für den Einsatz, den sie Bankenkrise hin, Griechenland her, für ihre Mitarbeitenden, Kunden und für die Stadt unverdrossen zu leisten bereit seien. «Es sind schwierige Zeiten. Aber jammern hilft nichts», sagte die höchste Burgdorferin mit einem Seitenblick auf den obersten Young Boy. Johannes Hofstetter >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch