Wie es sich noch besser leben lässt

Innertkirchen

Die Masterarbeit von Thomas Huber zeigt, wie die Lebensqualität der Einwohner von Innertkirchen noch gesteigert werden kann. Was tut die Gemeinde bereits dafür?

Die Bewohner messen laut der Arbeit den sozialen Kontakten, dem Leben im Dorf und dem gesellschaftlichen Engagement eine hohe Bedeutung bei.

Die Bewohner messen laut der Arbeit den sozialen Kontakten, dem Leben im Dorf und dem gesellschaftlichen Engagement eine hohe Bedeutung bei.

(Bild: Susanna Michel)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Was bedeutet Lebensqualität für die Bewohner der Gemeinde ­Innertkirchen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels? Thomas Huber ist dieser Frage in seiner Abschlussarbeit im Masterstudiengang Gemeinde-, Stadt- und Regional­entwicklung an der Hochschule Luzern nachgegangen.

Im Rahmen seiner Arbeit befragte Huber 24 Innertkirchler. Heraus kam: Die Bewohner messen den «sozialen Kontakten, dem Leben im Dorf und dem gesellschaftlichen Engagement eine hohe Bedeutung» bei.

Um diese Punkte zu stärken und damit die Lebensqualität in Innertkirchen zu halten oder gar zu steigern, hat Thomas Huber, der als stellvertre­tender Leiter Kommunikation bei der Kraftwerke Oberhasli AG arbeitet, diverse Empfehlungen formuliert.

Eine betrifft das Thema (potenzielle) Zuzüger und Zweitwohnungsbesitzer, die möglichst gut integriert und angesprochen sein sollen. Er schlägt vor, Zuzügern an einem Anlass die Gemeinde näher vorzustellen und aufzuzeigen, wo sie mitwirken können – speziell bei Entwicklungsvorhaben.

«Wir haben bis vor zwei Jahren jährlich einen Neuzuzügerapéro durchgeführt, leider wurde das zu wenig genutzt», so Gemeindepräsident Walter Brog. Darum erhielten die Neuzuzüger nun ein Geschenk, schriftliche Informationen und eine explizite Einladung zu den bevorstehenden öffentlichen Veranstaltungen.

Und auch das Thema Mitwirkung sei «selbstverständlich». «Bei allen grösseren Projekten – wie zum Beispiel das Grimseltor oder das Nordic-Zentrum Gadmen – wird die Bevölkerung bereits in der Startphase integriert und um ihre Meinung gefragt», sagt Brog.

Vereinsarbeit enorm wichtig

Eine weitere Empfehlung äussert Huber zum Thema Dorfleben und damit verbunden das wichtige Engagement der Vereine – auch in Bezug auf die Integration von Zuzügern. «Das Engagement der Vereine stellt ein breites Sport- und Freizeitangebot dar, das für eine Gemeinde wie Innertkirchen sehr wichtig ist», so Huber auf ­Anfrage.

Deshalb sei wichtig, dass die Gemeinde den Vereinen wo immer möglich unter die Arme greife. «Als ehemaliger Gemeinderat weiss ich, dass die Gemeinde dies sehr gut und vorbildlich tut», so Huber. Das bestätigt Walter Brog: «Unsere Vereine können die Gemeindeinfrastruktur bereits heute weitgehend gratis nutzen.»

Zudem habe die Gemeinde ein Zelt für Events angeschafft, das sie zu Selbstkostenpreisen zur Verfügung stelle. Und: «Wir unterstützen praktisch alle grösseren Veranstaltungen mit einem finanziellen Beitrag oder mit Dienstleistungen der Gemeindewerkgruppe.»

Auch das Thema Mobilität steht für die Innertkirchler oben auf der «Lebensqualität-Liste». Sie würden zwar das ÖV-Angebot schätzen, dieses entspreche aber nicht immer den Bedürfnissen. Hier schlägt Huber vor, Bürger- oder Taxitransporte zu installieren. «Eine spannende Idee», findet Walter Brog. Derzeit funktioniere der öffentliche Verkehr gut. «Wir werden abtasten, ob es ein wirkliches Bedürfnis ist.»

Berner Oberländer

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