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Wie Heimberg Energie sparen will

Region ThunHeimberg

Mehr Strom aus erneuerbaren Energien, energieeffiziente Strassenbeleuchtung oder Senkung des Wärmebedarfs: Heimberg will künftig weniger Energie verbrauchen. Der Gemeinderat und die Verwaltung haben dafür ein Energieleitbild erarbeitet, das jetzt in Kraft ist. Nur: Ausser vielen schönen Zielen ist in der schmucken Broschüre nicht viel zu finden; insbesondere nicht die konkreten Massnahmen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen. «Das ist richtig», sagt Bauverwalter Bruno Reber, «es ist aber auch nicht das Ziel eines Leitbildes.» Vielmehr gehe es darum, allgemeine Ziele zu definieren. «Nachdem das jetzt passiert ist, machen wir uns nun daran, die konkreten Massnahmen zu definieren, mit welchen diese Ziele erreicht werden sollen.» Neue Strassenlampen Eine dieser Massnahmen soll schon 2012 umgesetzt werden und die Gemeinde rund 140000 Franken kosten: Die alten Quecksilberdampfleuchten in den Strassenlampen – «diese Stromfresser», wie Bruno Reber sagt – werden durch neue Leuchten ersetzt. «Diese verfügen alle über eine integrierte Dimmeinrichtung. Je nach Eintreten der Dämmerung wird die Lichtstärke der Lampe automatisch während der Nachtstunden um 50 Prozent reduziert, was sich sowohl auf den Energieverbrauch als auch auf die Lichtemissionen positiv auswirkt», erklärt Reber. Diese Technik, die in der Lampe selber integriert ist, benötigt keine weiteren Massnahmen an der Elektroinstallation. In jüngerer Vergangenheit wurden in Heimberg bei Sanierungen oder Neuanlagen schon solche Leuchten eingesetzt, etwa am Stationsweg oder an der Dornhaldenstrasse. Die Rechnung, welche die Gemeinde macht, ist einfach: Die teurere Anschaffung der neuen Lampen wird wettgemacht, weil sie im Betrieb günstiger sind. Zusätzlich will der Gemeinderat von Heimberg nächstes Jahr ein neues Beleuchtungskonzept erarbeiten. «Vielleicht gibt es Strassenabschnitte, an welchen mehr oder weniger Licht als heute nötig ist», sagt Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP). Mit derartigen Projekten will die Gemeinde Heimberg in den nächsten Jahren folgende Ziele erreichen: . • Die Energie wird in der Siedlungs- und Verkehrsplanung stets berücksichtigt. • Strom für Gemeindeverbrauch: 90 Prozent aus erneuerbaren Energien, davon mindestens 28 Prozent zertifizierter Ökostrom. • Die Strassenbeleuchtung wird bis 2015 zu 100 Prozent mit energieeffizienten Leuchten betrieben. • Im Jahr 2015 ist die Gemeinde Heimberg mit dem Energiestadtlabel ausgezeichnet. Bis 2025 werden folgende weitere Ziele verfolgt: • Senkung des Wärmebedarfs um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. • Anteil erneuerbare Energie für Wärmeerzeugung mindestens 50 Prozent. • 80 Prozent der Energiebezugsflächen von Gemeindebauten sind in den GEAK-Kategorien A–C (Gebäudeenergieausweis der Kantone). Petition mehr als erfüllt Das Rad hat Heimberg mit diesen Zielen freilich nicht neu erfunden. «Die Ziele stützen sich auf den überkommunalen Richtplan Energie sowie das Berner Energieabkommen 3», sagt Bauverwalter Reber. Dieses Abkommen hat Heimberg im März 2011 unterzeichnet. Letztlich geht der Gemeinderat aber in seinem Energieleitbild weiter, als es eine Petition forderte, welche die SP Anfang 2009 initiiert hatte. Im Vorstoss wurde verlangt, dass Heimberg den Beitritt zum Energiestadtlabel prüfe. Jetzt hat der Gemeinderat diesen Beitritt als fixes Ziel definiert. «Es freut mich, dass der Gemeinderat über alle Parteigrenzen hinweg hinter dem eingeschlagenen Weg steht», sagt Gemeindepräsident Röthlisberger. So habe der Rat beispielsweise schon, als im Schulhaus Obere Au eine neue Heizung fällig war, entschieden, das Areal an das Fernwärmenetz der Rewag anzuhängen; «obwohl diese Wärme derzeit noch mehr kostet als eine neue Ölheizung.» Röthlisberger wie auch Bauverwalter Reber betont, dass Heimberg noch weiter gehen wolle und müsse. So werde Fern- und Erdwärme in den kommenden Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen, sind sie überzeugt. Aber auch die verstärkte Nutzung der Sonnenenergie könnte in Heimberg ein Thema werden. «Wir haben im Dorf etliche Gebäude mit grossen Dachflächen», orakelt Bruno Reber, ohne allerdings konkreter werden zu wollen. «So lange in diesem Zusammenhang nichts spruchreif ist, können wir uns auch nicht zu möglichen Plänen äussern», sagt er. Marco Zysset>

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