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Wie Touristen in den Mythos der Alpkultur eintauchen

Tourismus-Preis MilestoneHeute wird in Bern der schweizweit wichtigste Tourismuspreis – der Milestone – vergeben. Aus dem Kanton Bern ist unter anderen das Projekt Alpkultur im Simmental nominiert. Dahinter steht die Idee, den Touristen an der Lenk das Leben auf der Alp näherzubringen.

«Die Alp liegt jetzt an der Lenk auf dem Talboden», sagt Eduardo Zwyssig, Geschäftsführer von Lenk-Simmental Tourismus. Er zeigt auf einen Spiel- und Begegnungsplatz am Lenkerseeli, der etwas grösser ist als ein Fussballfeld. Zwyssig sagt, dass hier den Gästen das Leben in den Bergen nähergebracht werden soll. Das Herzstück ist eine Alphütte. Sie stand bis vor kurzem in den Lenker Bergen und wurde dann ins Tal transportiert. Nun können sie Familien für Anlässe buchen und das Alpenfeeling spüren. Rund um die Hütte hat es ein Bächlein und Baumstämme zum Klettern. Das Angebot soll alle Sinne der Gäste ansprechen: Wie fühlt es sich an, barfuss über Steine, Sägemehl, Sand, Schlamm oder das Profil eines Autopneus zu laufen? Wer sich verstecken will, kann dies in einem Labyrinth aus Sträuchern tun. Zudem können die Besucher Alpenblumen betrachten und an Kräutern riechen. «Die Kinder sollen spielerisch an die Alpkultur herangeführt werden», erklärt Zwyssig. Ab dem nächsten Frühling wird wie in den richtigen Alpen eine Seilbahn zum Spielen bereit sein. Grillplätze laden zum Verweilen ein, und die Begegnungszone soll für unterschiedliche Anlässe genutzt werden. «Der Spielplatz ist noch nicht fertig und wird ständig weiterentwickelt, sobald wir wieder Geld bekommen», sagt Zwyssig. Und er fügt an: «Unser Pfarrer möchte bald eine Predigt halten.» Spielplatz ist rollstuhlgängig Die Fachstelle Spielraum hat den Platz gestaltet. Mitfinanziert haben das Einmillionprojekt das kantonale Wirtschaftsamt Beco, der Lotteriefonds, das Staatssekretariat für Wirtschaft, die Gemeinde Lenk, Lenk-Simmental Tourismus und Private. Ebenfalls finanziell beteiligt haben sich Behindertenorganisationen. Sie setzten sich dafür ein, dass das Gelände weitgehend rollstuhlgängig ist. Der Ursprung der Alpkultur Das Älplerfest Lenk brachte die Tourismusverantwortlichen vor zwei Jahren auf die Idee, das Thema Alpkultur aufzunehmen. Ihnen schwebte vor, die traditionelle Herbstveranstaltung auf 365 Tage zu verlängern und auf das ganze Simmental auszuweiten. Die Vision sei, dass die Touristen das Simmental direkt mit dem Thema Alpkultur verbinden. Die Veranstaltungen finden nun vorerst vom Frühling bis in den Herbst statt. «Berggebiete, die touristisch überleben wollen, müssen auch in den wärmeren Monaten ein Programm anbieten können», ist Zwyssig überzeugt. Er staunt über die Euphorie, mit der die Simmentaler mit Ideen an das Tourismusbüro gelangten. «Sie wollten den Menschen etwas aus ihrer Kultur mitgeben», sagt er. Das Ziel der Angebote sei, die Geschichte, die bäuerliche Kultur und Tradition mit den heutigen Lebensformen und Bedürfnissen zu verbinden. «Die Angebotspalette ist laufend breiter geworden. Besonders beliebt sind Handörgeli- und Schwingerkurse oder Wanderungen, bei denen die Teilnehmer Kräuter und deren Wirkung kennen lernen», so Zwyssig.Rahel Guggisbergwww.alpkultur.ch >

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