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Wieso Türken öfter IV-Renten erhalten als Schweizer

Der Anteil neuer IV-Rentner ist bei Erwachsenen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien markant höher als bei Schweizern. Neue Studien erklären dies vor allem mit der schlechteren Gesundheit der Migranten.

Die Unterschiede sind deutlich und geben seit Jahren Anlass zu kontroversen Diskussionen: Im Jahr 2008 haben 0,32 Prozent der Schweizer im Erwerbsalter neu eine IV-Rente erhalten. Bei den Türken lag die Quote mit 0,76Prozent viel höher. Ebenso lagen die Quoten bei Migranten aus anderen Einwanderungsländern höher (siehe Grafik). Gestern hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) zwei Studien externer Büros veröffentlicht, die nach Gründen für diese Unterschiede suchten. Die eine Studie überprüfte die Verfahren der Abklärungen vor einem Rentenentscheid. Sie kam zu Schluss, dass der Rentenanspruch von Ausländern «mindestens ebenso gründlich abgeklärt» werde wie bei Schweizern, wie das BSV festhält. Die IV-Stellen bevorzugten Ausländer also nicht. Dazu passt, dass die Wahrscheinlichkeit, nach der Anmeldung bei der IV auch wirklich eine Rente zu erhalten, bei Schweizern und Migranten etwa ähnlich gross ist. Mit anderen Worten: Migranten melden sich häufiger bei der IV an als Schweizer. Ins Arbeitsleben integrieren Die zweite Studie verglich die soziale und gesundheitliche Situation. Sie berücksichtigt die berufliche und soziale «Unterschichtung» von Ausländern, die ein höheres Rentenrisiko impliziere, und die jüngere Altersstruktur, die ein tieferes Risiko erwarten liesse. Diese beiden Faktoren heben sich indes etwa auf. Als Hauptfaktor für die unterschiedlichen IV-Quoten identifiziert die Studie den Gesundheitszustand und die «Erwerbsintegration». Statistisch sind Migranten aus der Türkei und Ex-Jugoslawien schlechter ausgebildet als Schweizer, arbeiten öfter körperlich hart und haben seltener leitende Stellen. Wolle man die IV-Quoten angleichen, müsse man die Ausländer besser im Erwerbsleben integrieren und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit verbessern. Laut BSV sind bereits Bemühungen im Gange. Zudem würden vermehrt professionelle Übersetzer beigezogen. sda>

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