Wilde Orchideen zu rundem Geburtstag

Spiez

Wilde Orchideen, von Heidy Mumenthaler gesammelt als Fotoausstellung in der Bibliothek, verführen zum Staunen und Nachdenken. Und kamen überdies als Geburtstagsüberraschung bestens an.

Die Fotoausstellung als ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk: Heidy Mumenthaler mit ihrer Mutter Therese.

Die Fotoausstellung als ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk: Heidy Mumenthaler mit ihrer Mutter Therese.

(Bild: Guido Lauper)

Wer sagt der Orchidee, sie solle das Aussehen eines Insekts annehmen, um genau dieses anzulocken und ihm so bei der Bestäubung und der Verbreitung behilflich zu sein? Beantworten konnte auch die Fotografin Heidy Mumenthaler diese Frage nicht.

Doch kommt ihr mit den Bildern von wilden Orchideen aus der Schweiz, aus Südfrankreich und Spanien in der Bibliothek das Verdienst zu, dass Menschen nachdenklich werden.

Oder wie es Svend Peternell, Redaktor des «Berner Oberländers», in seiner Laudatio ausdrückte: «Wenn ich so um mich blicke, so zieht der Bildergürtel rund um die Bibliotheksräumlichkeiten, und man spürt hier drinnen so etwas wie Naturnähe und Frühlingserwachen.»

Als läge man selbst im Gras

«Wahre Naturperlen – Auf Spurensuche wildwachsender Orchideen», betitelt Heidy Mumenthaler ihre Ausstellung. Allein oder mit ihren Eltern Therese und Fritz ist sie auf der Suche nach Sujets unterwegs, oder sie lässt sie unterwegs in der Natur einfach auf sich zukommen. So zückt sie auch mal das Handy statt die Systemkamera.

Dem Betrachter der 50 Bilder fällt das nicht auf. Vielmehr gerät er in den Bann der Vielfalt an Orchideen, an welchen er im Alltag unbeachtet vorübergeht. Als läge man selbst im Gras und sähe die Pflanzenvielfalt aus der Perspektive der Insekten. «Vor allen die Makroaufnahmen gefallen mir sehr gut», sagte Svend Peternell dazu.

Zu dieser Faszination trägt einerseits die Fotografin bei, die vor den Aufnahmen weder ins Umfeld ihrer Sujets eingreift noch hinterher die Aufnahmen manipuliert. An der ganzheitlichen Erscheinung beteiligt ist zudem die Bauweise der Bibliothek.

Wo die Bilder auf Leinwand an unaufdringlichen Holzwänden oder die wenigen hinter Glas gerahmten auf Betonwänden mit feiner Holzstruktur auf Augenhöhe platziert sind.

Künstlerplattform

Seit je sei es Tradition gewesen, einheimischen Künstlern in der Bibliothek eine Plattform zu bieten, so auch seit vier Jahren im Neubau, begründete deren Leiterin Brigitte Burri das Gastrecht für die Ausstellerin bis zum 2. März.

Burri gratulierte der Fotografin zum Mut der ersten Ausstellung, zu welcher sie Heidy Mumenthaler bereits vor zwei Jahren eingeladen hatte. Dass sich Heidy Mumenthaler – sie ist auch langjährige Mitarbeiterin dieser Zeitung – Zeit liess mit der Vernissage vom vergangenen Samstag, hatte nicht zuletzt mit ihrer Mutter Therese zu tun, der sie ein ungewöhnliches Fest zum 80. Geburtstag bereiten wollte.

Die Überraschung gelang – und die Gefeierte strahlte vor Freude. Nicht zuletzt auch, weil das Spiezer Flötentrio Anja, Fabienne und Gerda Cimarosti sowie das Hünibacher Streichquartett Cavallo mit Christine Frese, Annemarie Külling, Thomas Rüdy und Susanna Schmid musikalische Akzente setzten.

Und natürlich auch, weil nach dem offiziellen Teil noch der Thuner Überraschungsgast Alexandre Dubach stimmig und virtuos mehr als nur ein Geburtstagsständchen auf seiner Violine zum Besten gab.

Die Ausstellung hat bis 2. März während der Öffnungszeiten der Bibliothek offen. Infos: www.heidy-mumenthaler.ch, www.bibliothek-spiez.ch.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...