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Willkommen im Emmental, willkommen im Käseland

Das Emmental zeigt sich den Bernerinnen und Bernern

Das Emmental begrüsst die BEA-Besucher – natürlich – mit Käse. Noch vor der Halle, in der sich das Land mit seinen Hügeln und Chrächen als offizielle Gastregion der diesjährigen Berner Frühjahrsmesse präsentiert, steht eine einfache Holzhütte, die sich ganz dem Emmentaler Aushängeschild schlechthin verschrieben hat. Mit einem kleinen Kupferkessi in der Mitte, das zum Selber-Käsen einlädt. Auch an der Wand im Hintergrund ist so ein Kessi abgebildet. Es hängt über einem offenen Feuer, düster ist das Ambiente, das die rauchgeschwärzten Wände ringsum verströmen – richtig, das Bild zeigt, wie es im Käsestöckli der Schaukäserei Affoltern aussieht. Sie ist es auch, die die BEA-Gäste auf diese Art im Emmental willkommen heisst. Gerade schart sich eine Schulklasse aus Rüfenacht um das kleine Kupferkessi in der Mitte, wo sich Käser Anton Gfeller gerade ans Werk gemacht hat. Zuerst der Milch das Lab beifügt, dann die nach längerem Warten entstandene Masse mit der Käseharfe zerschneidet, mit weiterem Rühren Körner erzeugt, das Ganze schliesslich in Herzformen abfüllt – und fertig ist der Frischkäse. Während der Arbeit erfahren die Kinder allerhand Interessantes rund um den Käse, zum Beispiel wie sehr sich Frischkäse vom berühmten Emmentaler unterscheide. Oder, dass heutzutage in erster Linie junge Frauen den Käserberuf ergriffen. Und überall Gotthelf Nun aber hinein in die Halle, in der – eigentlich logisch – der Käse weiter eine grosse Rolle spielt. So präsentiert nur ein paar wenige Schritte nach dem Eingang die kleine Hüpfenboden-Käserei ihren neuen Gotthelf-Emmentaler. Das heisst, so neu ist die Spezialität gar nicht, wie Käser Bernhard Meier verrät. Lanciert hat er sie schon vor zwei Jahren als Slow-Food-Emmentaler, unter anderem für den Grossverteiler Coop. Mit Blick auf das kommende Gotthelf-Musical auf der Thuner Seebühne hat er den Käse nun umbenannt – zumal, wie er beifügt, Slow Food als Label für Urtümlichkeit und traditionelles Handwerk hierzulande viel zu wenig bekannt sei. Da lassen sich mit Gotthelf wohl die besseren Geschäfte machen. Ziemlich rezent schmeckt der Gotthelf-Emmentaler, auf jeden Fall einiges rassiger als ein zweiter, etwas weicherer Käse, für den Meier noch einen guten Namen sucht. Dafür spannt er nun das Publikum ein, das ihm in einem Wettbewerb Vorschläge machen kann. – Zurück zu Gotthelf: Wie allgegenwärtig der Lützelflüher Dichterpfarrer aus dem 19.Jahrhundert ist, zeigt sich bei einem Blick über die Schulter ins Zentrum der Halle. Hier haben die Sumiswalderinnen einen Gotthelf-Märit aufgebaut, wie er jedes Jahr einmal in ihrem Dorf über die Bühne geht. Frauen in Trachten und Kleidern von anno dazumal stehen hinter den von Blumen gesäumten Ständen, aufmerksam beobachtet vom Meister höchstpersönlich, den sie auf einem Porträt gleich mitgebracht haben. Gotthelf schmückt, welch ein Zufall, auch hier einen Käse. Gotthelf-Käse heisst die Spezialität aus der Dorfkäserei von Niklaus Käser, sie ist schon seit Jahren auf dem Markt und damit «das Original», wie ihr Schöpfer mit einem Seitenblick auf den Hüpfenboden-Stand betont. Der Gotthelf-Käse fühlt sich im Gaumen weich und mild an – gleich nebenan warten übrigens weitere Emmentaler Spezialitäten darauf, gekostet zu werden. Gotthelfs Znüniwurst von Metzger Stefan Schlüchter aus Dürrenroth oder die berühmte Kemmeriboden-Meringue aus der Bäckerei Stein bei Schangnau. Und wenn der Appetit ob all der Degustationen erst richtig geweckt ist, wartet in Sichtweite gleich die Beiz. Auf dem Programm steht an diesem Mittag ein urchiges Menü mit Fleischvogel, Kartoffelstock und – ganz wie zu Grossmutters Zeiten – «Seelisauce». Gegessen wird unter dem Glockenhimmel, den alle 42 Gemeinden aus dem Emmental in freudiger Erwartung auf das grosse Freilichtspektakel am Thunersee zusammengetragen haben. Noch ein Schuss Folklore Doch genug gegessen und degustiert, das Land an der Emme hat auch noch anderes zu bieten als kulinarische Genüsse. Zuerst allerdings wartet am Stand der Biskuitfabrik Kambly zum Dessert noch ein frisches Bretzeli, dann wirds sportlich. Flyer in allen Varianten laden zu Ausflügen durch das Emmental ein, zu Touren, die auf diesen Elektrovelos aus der Region umso bequemer sind, als das ständige Auf und Ab nicht allein durch menschliche Kraft zu bewältigen ist. Am Schluss darf auch die Folklore nicht fehlen. Dafür zuständig ist Philip Wegmüller aus Kirchberg mit seinem Modehaus. Neben Uniformen, wie sie die Musikgesellschaften tragen, zeigt er vor allem traditionelle Männerkleidung, Trachten, Edelweisshemden oder Kühermutze. So gehört es sich doch für eine urtümliche Region wie das Emmental, oder nicht? Stephan Künzi>

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