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Willkommener Zustupf aus Bern

SchulwegeZum Beispiel Affoltern, Eggiwil, Röthenbach, Schangnau, Trachselwald und Trub: Sie alle profitieren von der Kehrtwende des Kantons. Seit dem Schuljahr 2008/2009 erhalten sie wieder Beiträge an die Kosten für den Schülertransport.

Affoltern führt keine eigene Sek, und auch die Kleinklassenschüler besuchen den Unterricht auswärts. Alles in allem 25 Kinder fahren seit dem vergangenen Sommer mit dem Linienbus in den Rüegsauschachen zur Schule, wie Finanzverwalterin Doris Aeschlimann sagt. Die restlichen gut 100 Schüler besuchen die Dorfschule. Die Transportkosten von jährlich rund 66000 Franken bezahlt die öffentliche Hand, in den letzten Jahren war dies jeweils die Gemeinde. Seit dem Schuljahr 2008/2009 übernimmt nun aber der Kanton einen Teil dieser Kosten. Auf Gesuch hin wird den Gemeinden «maximal die Hälfte» der Ausgaben in diesem Bereich zurückerstattet, wie Markus Christen für die kantonale Erziehungsdirektion sagt. 1997 hatte der Kanton seine Beteiligung an den Schülertransporten gestrichen. Im Rahmen der Teilrevision des Volksschulgesetzes änderte er diese Praxis wieder zugunsten der Gemeinden. Heute können all jene, die für mehr als zehn Prozent ihrer Schulkinder einen Wegtransport organisieren und finanzieren müssen, einen Teil der Kosten zurückfordern. Die Tendenz zeigt nach oben Die Beiträge erhalten die Ge-meinden jeweils rückwirkend, so Christen – und weiter zum Vorgehen: Spätestens zwei Monate nach Ende des Schuljahres muss das Gesuch bei der Erziehungsdirektion eingetroffen sein. Darin machen die Behörden Angaben über die Schülerzahlen und die Art der Beförderung. Dies kann ein Privattransport oder der öffentliche Verkehr sein. Anhand eines Berechnungsformulars ermittelt der Kanton dann, wie viel er zahlen will. Für das Schuljahr 2009/2010 hat der Regierungsrat gerade erst insgesamt 2,2 Millionen Franken bewilligt, für die Periode davor waren es noch 1,8 Millionen gewesen – die Tendenz sei steigend, hält Christen dazu fest. Er macht zwei Hauptgründe aus: «Die Gemeinden werden sich langsam bewusst, dass sie wieder Beiträge beantragen können, und Schulhausschliessungen verändern die Schullandschaft immer wieder von neuem.» Wann für ein Kind der Schulweg zu Fuss, mit dem Fahrrad oder Mofa nicht mehr zumutbar ist, entscheiden die Gemeinden anhand kantonaler Richtlinien. Hohe Kosten in Trub Im Emmental erhalten neben Affoltern unter anderem auch Eggiwil, Schangnau, Trachselwald, Trub und Röthenbach Geld an die Schülertransporte. In Trachselwald müssen die Primarschulkinder vom Schulhaus Thal ins Chramershaus und umgekehrt geführt werden, die Sekundarschüler fahren für den Unterricht nach Sumiswald. Laut Gemeindeschreiber Niklaus Meister haben 40 der gut 120 Kinder von Trachselwald einen unzumutbaren Schulweg. «Für die Gemeinde ist es eine gute Sache, dass der Kanton sich wieder an den Kosten beteiligt.» Für die Schulwegtransporte fallen in Trachselwald jährliche Kosten von rund 35000 Franken an. Mehr als doppelt so viel hat Schangnau zu berappen. Zwar können die Schüler den Unterricht innerhalb der Gemeinde besuchen. Sie müssen aber zwischen zwei Schulhäusern hin- und herpendeln, die vier Kilometer auseinanderliegen. Die Kinder legen die Strecke mit dem Postauto zurück, wie Gemeindeverwalter Markus Gerber sagt. Gar über 100000 Franken betragen die Transportkosten für die Gemeinde Trub. Schulgutsverwalter Adrian Schlüchter hat für den Kanton nur lobende Worte übrig. «Die Rückerstattung funktioniert tipptopp.» Für ihn ist das System «sehr durchdacht und gut». Franziska Sommer >

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