«Wir haben uns im Gasthof Tiermatti einen Traum erfüllt»

Schwenden

Der Gasthof Tiermatti im Diemtigtal ist wieder geöffnet. Eine Familie mit zwei Kindern ist eingezogen und der Koch hat eine feine Nase.

Das altehrwürdige Hotel Tiermatti im Diemtigtal ist wieder geöffnet. Sarünas Sidzikanskas, ein Gastronom aus Litauen, ist Pächter.

Das altehrwürdige Hotel Tiermatti im Diemtigtal ist wieder geöffnet. Sarünas Sidzikanskas, ein Gastronom aus Litauen, ist Pächter.

(Bild: Rösi Reichen)

Zuerst ein Blick zurück. Seit dem 16. November 2018 war die folgende Information auf der Website zu lesen: «Das Restaurant Tiermatti in Schwenden, im hinteren Teil des Diemtigtals, ist vorübergehend geschlossen. Wir suchen neue Wirtsleute und werden informieren, sobald wir eine Lösung haben.» Jetzt ist die Wartezeit nach dem Wegzug von Mathias Regez vorbei.

Am 1. August übernahm Familie Sarünas Sidzikanskas den Gasthof Tiermatti von der Besitzerfamilie Wyss in Pacht. «Kaum war die Reklametafel mit der Aufschrift ‹Offen› aufgestellt, kamen schon die ersten Gäste ins Lokal», freute sich das Ehepaar. Ein Gast bestellte ein «Balöndli», einen Deziliter Wein.

Da musste der Wirt nachfragen, fand den Ausdruck lustig und hatte schon etwas gelernt. Draussen winkte der Buschauffeur dem neuen Gastwirt zu. «Das Geschäft ist gut angelaufen», ist die Familie zufrieden. Sie hat den Draht zur Bevölkerung gefunden und einen lockeren Umgang.

Familie aus Litauen

Die Familie stammt aus Litauen und hat zwei Kinder, die dreijährige Else und den vierjährigen Herkus. Der Vater hat drei Jahre in Deutschland als Koch gearbeitet, ist seit 2017 in der Schweiz (im Hotel The Cambrian Adelboden und in der Chemihütte Aeschiried).

Sarünas Sidzikanskas stammt aus einer passionierten Familie von Köchen, zaubert eine Palette von schmackhaften Gerichten aus regionalen Produkten auf den Tisch, auch an Festen wie Hochzeiten. Mehrmals unterbricht der Koch das Gespräch, rührt regelmässig in der Pfanne, holt Salz und erklärt: «Ich rieche, ob das Hackfleisch noch würziger werden soll.»

Im schönen, geschützten Simmentaler Holzhaus aus dem Jahre 1751 werden in der Gaststube, dem Jägerstübli, im Saal Gäste und in den Doppel- und Mehrbettzimmern Wanderer bedient und aufgenommen. Die Familie hat noch Pläne; so etwa für einen Spielplatz, eine grössere Terrasse, einen Holzgrill.

Sarünas und Odille hatten einen Traum und haben sich ihn erfüllt. Zudem feiert der ehemalige, über zwei Meter grosse Basketballspieler und Koch Sarünas am 25. August seinen 40. Geburtstag.

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